Schaden (nur) mitverursacht = Haftung in voller Höhe! – OLG Dresden, Urteil vom 18.04.2023 – 14 U 1551/22

1. Der Geschädigte hat bei ungewissem Verursachungsbeitrag des Schädigers gegen diesen gem. § 830 Abs. 1 Satz 2 BGB Anspruch auf Ausgleich des vollen Schadens.
2. Bei ungewissem Verursachungsbeitrag trägt der Schädiger die Beweislast dafür, dass sein Verhalten für den Verletzungserfolg nicht ursächlich ist.

Ein Auftragnehmer verschweißte eine Schweißmuffe an einem innenliegenden Regenfallrohr nicht, […]

2023-08-18T16:30:18+02:0018. August, 2023|

Schlussrechnung prüfbar: Keine Zurückweisung möglich! – OLG Frankfurt, Beschluss vom 13.03.2023 – 21 U 52/22

1. Eine Schlussrechnung ist prüfbar, wenn sie die nach dem Vertrag objektiv unverzichtbaren Angaben enthält.
2. Zumindest bei der Prüfung durch ein Ingenieurbüro ist die Vorlage von Nachtragsangebotskalkulationen für die objektive Prüfbarkeit nicht erforderlich.
3. An der objektiven Prüfbarkeit der Schlussrechnung ändert sich auch nichts, wenn sie zunächst vom Auftraggeber als nicht […]

2023-08-17T12:29:07+02:0017. August, 2023|

Nacherfüllung durch Ingenieur mangelhaft vorgenommen: Erneute Fristsetzung erforderlich! – so OLG Frankfurt, Urteil vom 11.05.2020 – 29 U 56/19

1. Liegt ein Planungsmangel vor, der sich noch nicht im Bauwerk realisiert hat, ist der Planer zur Nacherfüllung verpflichtet; der Besteller muss dem Planer eine Frist zur Nacherfüllung setzen, bevor er Schadensersatz statt Leistung verlangen kann.
2. Setzt der Besteller dem Planer wegen eines Mangels eine Frist zur Nacherfüllung, die der […]

2023-07-30T18:24:10+02:0030. Juli, 2023|

„Freie“ Kündigung: Was muss ein Auftragnehmer zum anderweitigen Erwerb darlegen? – BGH, Beschluss vom 15.03.2023 – VII ZR 150/22

1. Kündigt der Auftraggeber einen Bauvertrag „frei“, sind vom Auftragnehmer bezüglich des auf die nicht erbrachten Leistungen entfallenden Vergütungsanteils nur solche (sekundären) Darlegungen zu einem eventuell anderweitigen Erwerb erforderlich, die dem Auftraggeber eine sachgerechte Rechtswahrung ermöglichen.
2. Dazu reicht es zunächst aus, wenn sich der Auftragnehmer zu Füllaufträgen wahrheitsgemäß, nachvollziehbar und […]

2023-07-28T16:15:03+02:0028. Juli, 2023|

Andere Mangelursache möglich: Gericht muss angebotenen Beweis erheben! – BGH, Beschluss vom 29.03.2023 – VII ZR 7/22

1. Das Gebot des rechtlichen Gehörs verpflichtet das Gericht, die Ausführungen der Prozessbeteiligten zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung zu ziehen. Das Gericht hat den wesentlichen Kern des Vorbringens der Partei zu erfassen und – soweit er eine zentrale Frage des Verfahrens betrifft – in den Gründen zu bescheiden.
2. […]

2023-06-25T16:36:29+02:0025. Juni, 2023|

Neue Bauzeit nicht akzeptiert: Kein Vertrag zu Stande gekommen! – BGH, Urteil vom 03.07.2020 – VII ZR 144/19

Erteilt der Auftraggeber nach einem verzögerten öffentlichen Vergabeverfahren einem Bieter den Zuschlag und gibt er in dem Auftragsschreiben verbindlich neue Vertragstermine vor, kommt kein Bauvertrag zu Stande, wenn sich der Bieter mit den geänderten Vertragsfristen nicht einverstanden erklärt.

Um was ging es?

Eine öffentliche Ausschreibung über Straßenbauarbeiten verzögerte sich aufgrund eines Vergabenachprüfungsverfahrens. […]

2023-06-25T16:37:09+02:0025. Juni, 2023|

Zur Darlegung tatsächlich erforderlicher Kosten bei Mengenmehrung in der Baudurchführung – OLG Koblenz, Beschluss vom 20.06.2022 – 1 U 2211/21; BGH, Beschluss vom 15.02.2023 – VII ZR 138/22 

1. Sowohl im Fall der Mengenmehrung als auch der geänderten Leistung ist die Ermittlung des neuen Preises für die Mehrleistung im VOB/B-Vertrag auf der Grundlage der tatsächlich erforderlichen Kosten zuzüglich angemessener Zuschläge vorzunehmen.
2. Der Auftragnehmer hat die tatsächlich erforderlichen Kosten schlüssig darzulegen. Will er mangels Nachweisbarkeit der Kosten auf Marktpreise […]

2023-06-13T11:22:06+02:005. Juni, 2023|

Kein Schadensersatz trotz höherer Kosten bei „Liebhaberei“ am Bau! – OLG Schleswig, Beschluss vom 15.01.2021 – 1 U 66/20

1. Der Architekt verletzt regelmäßig seine Vertragspflichten, wenn er ohne verlässliche Kenntnis von den wirtschaftlichen Möglichkeiten des privaten Auftraggebers die Planung eines Wohnhauses vornimmt (BGH, IBR 2013, 284).
2. Jeder Bauherr ist gut beraten, die Kosten des Bauvorhabens zuvor zu kalkulieren und einen Puffer einzuplanen. Daraus kann aber nicht geschlossen werden, […]

2023-05-13T17:05:21+02:0013. Mai, 2023|

Vergütungspauschale nach freier Kündigung eines Bauvertrages: 8 % wirksam? – OLG Koblenz, Urteil vom 09.03.2023 – 2 U 63/22

Eine in Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Unternehmers enthaltene Entschädigungspauschalierung auf 8% der Vergütung, die auf den Teil der Leistungen entfällt, die der Unternehmer bis zu einer freien Kündigung noch nicht ausgeführt hat, ist wirksam, wenn sie dem Vertragspartner den Nachweis gestattet, dass die Entschädigung niedriger als 8% ausfällt oder der […]
2023-05-12T09:00:44+02:009. Mai, 2023|
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