Kein Überwachungsfehler nachweisbar: Gutachterkosten sind nicht zu erstatten! – OLG Düsseldorf, Urteil vom 01.03.2024 – 22 U 142/23

Kosten für Gutachten, die der Bauherr zur Aufklärung nur vermeintlicher Mängel aufwendet, die entweder nicht bestehen oder für die der Architekt nicht einzustehen hat, sind dem Bauherrn vom Architekten nicht zu erstatten. Nur soweit dem Bauherrn Schadensersatzansprüche zustehen, gehören die Gutachterkosten zum Schaden.

2025-01-25T11:21:05+02:0025. Januar, 2025|

Bauleitung ist nicht Bauüberwachung! – OLG Frankfurt, Urteil vom 11.05.2023 – 22 U 19/22

(BGH, Beschluss vom 15.05.2024 – VII ZR 118/23, Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen)

Von der Objektüberwachung ist die Leistung des Architekten als verantwortlicher Bauleiter nach den Landesbauordnungen zu unterscheiden. Der Bauleiter ist nach dem allgemeinen Sprachverständnis dafür zuständig zu überwachen, dass die Baumaßnahme entsprechend den öffentlich-rechtlichen Anforderungen durchgeführt wird, während der Objektüberwacher eine Ausführung […]

2024-12-06T17:58:11+02:006. Dezember, 2024|

Architekten müssen Bedenken mitteilen! – OLG Schleswig, Urteil vom 28.08.2024 – 12 U 7/24

1. Auch für Architekten und Ingenieure gilt der funktionale Mangelbegriff. Es werden diejenigen Planungsleistungen geschuldet, die erforderlich sind, um den vom Bauherrn angestrebten Erfolg zu erzielen. Dabei ist maßgeblich die Funktion, die das Architekten-/Ingenieurswerk nach der von den Parteien entwickelten gemeinsamen Vorstellung von dem zu errichtenden Objekt erfüllen soll.

2. Im […]

2025-02-17T19:08:35+02:0023. November, 2024|

Keine Bedenken mitgeteilt: Haftung (auch) für Planungsfehler! – OLG Brandenburg, Urteil vom 10.10.2024 – 10 U 80/23

1. Ein Gefälle von 0,9 % unterschreitet die maßgebenden Vorschriften für genutzte Terrassen und begründet daher einen Mangel wegen Abweichung von den allgemein anerkannten Regeln der Technik. 

2. Es steht den Parteien frei, im Einzelfall von einer anerkannten Regel der Technik abzuweichen. An eine solche Beschaffenheitsvereinbarung „nach unten“ sind wegen […]

2024-11-23T20:03:40+02:0023. November, 2024|

Übergabe angepasster Bauablaufpläne ist keine Bauzeitanordnung! – BGH, Urteil vom 19.09.2024 – VII ZR 10/24

1. Eine Anordnung im Sinne des § 2 Abs. 5 VOB/B erfordert eine rechtsgeschäftliche Erklärung des Auftraggebers, mit der einseitig eine Änderung der Vertragspflichten des Auftragnehmers herbeigeführt werden soll (Fortführung von BGH, Urteil vom 9. April 1992 – VII ZR 129/91).

2a. Ob ein Verhalten oder eine Erklärung des Auftraggebers als Anordnung im Sinne des § 2 Abs. 5 […]

2024-11-24T15:53:45+02:0031. Oktober, 2024|

Gebäudetyp-E-Gesetz – Schneller und kostengünstiger Bauen?!

Der Begriff „Gebäudetyp-E“ bezeichnet keinen spezifischen Gebäudetypus unter technischen Gesichtspunkten, sondern steht für den Wunsch nach einer vereinfachten, experimentellen, effizienten und damit flexiblen Planung und Ausführung von Gebäuden, die sich von den als „enges Korsett“ wahrgenommenen ca. 20.000 baurelevanten Regelungen – davon über 4.000 DIN-Normen – jedenfalls zum Teil löst. […]

2024-11-02T23:08:26+02:0010. Oktober, 2024|

Pauschalpreisvertrag gekündigt: Auftragnehmer muss Überzahlung widerlegen – BGH, Urteil vom 11.07.2024 – VII ZR 127/23

1. Fordert der Besteller eine Werklohnvorauszahlung zurück, nachdem der Unternehmer Leistungen erbracht hat, muss der Besteller schlüssig die Voraussetzungen eines Saldoüberschusses aus einer Schlussabrechnung vortragen. Ausreichend ist eine Abrechnung, aus der sich ergibt, in welcher Höhe der Besteller Voraus- und Abschlagszahlungen geleistet hat und dass diesen Zahlungen ein entsprechender endgültiger […]

2024-10-03T14:58:55+02:003. Oktober, 2024|

Kostenberechnung bleibt auch bei Verteuerung verbindliche Honorargrundlage – OLG Schleswig, Urteil vom 17.07.2024 – 12 U 149/20

1. Die volle Vergütung für eine Leistungsphase kann auch dann geschuldet sein, wenn nicht alle Teilleistungen der jeweiligen Leistungsphase erbracht wurden. Denn ein funktionstaugliches, zweckentsprechendes Werk setzt nicht zwingend die Erbringung aller Teilleistungen voraus.

2. Eine Honorarminderung kommt nur in Betracht, wenn ein selbstständiger Arbeitserfolg nicht erbracht wird und der Tatbestand […]

2024-10-03T14:14:55+02:003. Oktober, 2024|

Bauzeitverschiebung aufgrund Annahmeverzugs ist „andere Anordnung“! – so jedenfalls Kammergericht, Urteil vom 27.08.2024 – 21 U 128/23

1. Ordnet der Besteller eines VOB-Vertrags gegenüber dem Unternehmer an, seine Leistung vollständig oder in Teilen nicht zur vertraglich vorgesehenen Zeit, sondern später zu erbringen, und ist dem Besteller dabei erkennbar, dass dem Unternehmer dadurch Mehrkosten entstehen können, so liegt hierin eine „andere Anordnung“ im Sinne von § 2 Abs. […]

2024-11-24T16:33:53+02:003. Oktober, 2024|

Architektenhonorar nur, wenn Planung dauerhaft genehmigungsfähig! – OLG Düsseldorf, Urteil vom 14.12.2021 – 23 U 81/21

BGH, Beschluss vom 24.04.2024 – VII ZR 886/21 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen)

1. Ein Architekt, der sich zur Erstellung einer Genehmigungsplanung verpflichtet, schuldet als Werkerfolg eine dauerhaft genehmigungsfähige Planung. Andernfalls ist das Architektenwerk mangelhaft. Die Mangelhaftigkeit erfasst das gesamte Architektenwerk, d. h. auch die Leistungsphasen, die der Genehmigungsplanung vorausgehen.
2. Der Architekt hat zwar […]

2024-10-02T17:15:59+02:002. Oktober, 2024|
Nach oben