Bindung an Honorarvereinbarung und Schlussrechnung nur im Ausnahmefall! – OLG Karlsruhe, Urteil vom 15.01.2021 – 8 U 109/14

Die Geltendmachung der Mindestsätze kann ausnahmsweise ausgeschlossen sein, wenn der Auftraggeber auf die Wirksamkeit der Vereinbarung vertraute und vertrauen durfte und er sich darauf in einer Weise einrichtete, dass ihm die Zahlung des Differenzbetrags zwischen dem vereinbarten Honorar und den Mindestsätzen nicht zugemutet werden kann.

Ein Architekt wurde  mit schriftlichem […]

2024-09-07T12:45:26+02:007. September, 2024|

Hat der Bauüberwacher „freie Hand“ eingeräumt bekommen, kann er zusätzliche Bauleistung wirksam anordnen – OLG Oldenburg, Urteil vom 08.11.2022 – 2 U 10/22

1. Der Architekt kann Zusatzarbeiten im Namen des Bauherrn nur mit entsprechender Vollmacht anordnen.
2. Von einer Anscheinsvollmacht ist auszugehen, wenn der Bauherr dem Architekten allein die Vertragsverhandlungen mit dem Unternehmer überlässt, dieser bereits den Vertrag verhandelt und unterzeichnet hat oder in anderer Weise dem Architekten völlig freie Hand bei der […]

2024-09-07T12:37:59+02:007. September, 2024|

Kein Einfügen bei zu hoher „Bebauungsdichte“ – OVG Niedersachsen, Urteil vom 10.06.2024 – 1 LB 51/22

1. Bei der Bestimmung der nach § 34 Abs. 1 BauGB für das Einfügen eines Vorhabens nach dem Maß der baulichen Nutzung maßgeblichen näheren Umgebung ist zwischen den einzelnen Seiten eines überschaubaren Straßengevierts nur dann zu differenzieren, wenn diese – etwa infolge der Trennung durch einen hinreichend gewichtigen unbebauten Blockinnenbereich oder bei […]

2024-08-01T18:31:28+02:001. August, 2024|

Fehlende Sachkunde eines gerichtlich beauftragten Sachverständigen ist kein Ablehnungsgrund! – OLG Köln, Beschluss vom 04.06.2024 – 16 W 16/24

1. Die Ablehnung eines Sachverständigen findet statt, wenn ein Grund vorliegt, der geeignet ist, Misstrauen gegen seine Unparteilichkeit zu rechtfertigen (BGH, Beschluss vom 15.03.2005 – VI ZB 74/04, IBRRS 2005, 1471).
2. Im Verfahren der Ablehnung eines Sachverständigen kann nicht überprüft werden, ob die Verfahrensweise des Sachverständigen sachlich und inhaltlich zutreffend ist oder […]

2024-08-01T18:24:17+02:001. August, 2024|

Beauftragte Grundleistungen nicht erbracht: Honorarminderung begründbar! – OLG Karlsruhe, Urteil vom 15.01.2021 – 8 U 109/14

1. Eine an den Leistungsphasen der HOAI orientierte vertragliche Vereinbarung begründet im Regelfall, dass der Architekt die vereinbarten Arbeitsschritte als Teilerfolg des geschuldeten Gesamterfolges schuldet.
2. Der Auftraggeber kann ohne vorherige Fristsetzung zur Nacherfüllung Minderung verlangen, wenn vereinbarte Grundleistungen nicht oder völlig unbrauchbar erbracht wurden und deren Nacherfüllung für den Auftraggeber […]

2024-08-01T18:15:30+02:001. August, 2024|

Architekt soll keine Ideallösung, keine optimale Planung schulden! – so jedenfalls OLG Schleswig, Urteil vom 09.03.2022 – 12 U 16/21

1. Der Architekt schuldet keine optimale Planung. Er muss nicht die Lösung wählen, die am besten geeignet ist.
2. Macht der Bauherr bestimmte Vorgaben – hier für die Höhenlage des Gebäudes -, sind diese für den Architekten verbindlich; eine Abweichung hiervon führt regelmäßig zu einem Mangel des Architektenwerks.
3. Hat die vom […]

2024-08-01T18:12:44+02:001. August, 2024|

Honoraraufstockungsklage gegen öffentliche Auftraggeber erfolgversprechend – BGH, Beschluss vom 14.02.2024 – VII ZR 221/22

Ob die zwingenden Mindest- und Höchstsätze der HOAI 2009/ 2013 nach der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH, Urteil vom 04.07.2019 – Rs. C-377/17) noch von deutschen Gerichten angewendet werden dürfen, erhitzte die Gemüter der Auftraggeber und Architekten immer dann, wenn der Architekt sein Honorar mit einer sogenannten Aufstockungsklage statt […]

2024-07-30T08:19:16+02:0030. Juli, 2024|

Subsidiaritätsklausel begründet kein Leistungsverweigerungsrecht! Oder doch? – OLG Köln, Urteil vom 15.12.2022 – 7 U 3/22; BGH, Beschluss vom 08.11.2023 – VII ZR 3/23 (Nichtzulassungsbeschwerde zurückgewiesen)

Eine sog. Subsidiaritätsklausel (hier: „Wird der Architekt wegen eines Schadens in Anspruch genommen, den auch ein Dritter zu vertreten hat, kann er vom Bauherrn verlangen, dass der Bauherr sich gemeinsam mit ihm außergerichtlich erst bei dem Dritten ernsthaft um die Durchsetzung seiner Mängelansprüche bemüht.“) begründet kein Leistungsverweigerungsrecht, wenn Planungsfehler vorliegen.

Ein Bauherr […]

2024-07-05T09:46:37+02:005. Juli, 2024|

Vorsicht Verjährungsbeginn bei Drittschadensliquidation am Bau! – BGH, Urteil vom 14.05.2024 – XI ZR 327/22

Im Fall der Abtretung eines Schadensersatzanspruchs im Zusammenhang mit einer Drittschadensliquidation ist für den Beginn der Verjährung des Anspruchs bis zu dessen Abtretung an den wirtschaftlich betroffenen Dritten maßgebend, dass die subjektiven Voraussetzungen i. S. d. § 199 Abs. 1 Nr. 2 BGB in der Person des Zedenten und nicht in der […]

2024-07-05T09:17:37+02:005. Juli, 2024|

Bauausführender muss Vollmacht eines WEG-Verwalters nicht kennen! – OLG München, Urteil vom 02.08.2023 – 27 U 2547/22

1. Die Ermächtigung des WEG-Verwalters, die zur ordnungsgemäßen Instandhaltung und Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums erforderlichen Maßnahmen im Namen der Wohnungseigentümergemeinschaft zu treffen, erstreckt sich nicht auf außergewöhnliche, nicht dringende Instandsetzungsarbeiten größeren Umfangs (hier: Dachsanierungsarbeiten).
2. Die Regelung in der Gemeinschaftsordnung, wonach der WEG-Verwalter berechtigt ist, „die Wohnungseigentümer gerichtlich und außergerichtlich in allen […]

2024-06-09T12:12:00+02:009. Juni, 2024|
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