{"id":5931,"date":"2020-03-24T10:04:06","date_gmt":"2020-03-24T08:04:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=5931"},"modified":"2020-03-24T10:11:11","modified_gmt":"2020-03-24T08:11:11","slug":"bauablaufstoerungskosten-entschaedigung-bgh-urteil-vom-30-01-2020-vii-zr-33-19-endlich-klarheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=5931","title":{"rendered":"Bauablaufst\u00f6rungskosten &#8211; Entsch\u00e4digung BGH, Urteil vom 30.01.2020 &#8211; VII ZR 33\/19\/Endlich Klarheit?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5933\" src=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-200x267.jpg 200w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-400x533.jpg 400w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-800x1067.jpg 800w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-1200x1600.jpg 1200w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Stillstand-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Der BGH, Urteil vom 30.01.2020 &#8211; VII ZR 33\/19 hat noch einmal weit ausgeholt und kommt zum erstaunlich profanen Ergebnis, dass <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>eine Abw\u00e4gungsentscheidung des Tatrichters auf der Grundlage der in \u00a7 642 Abs. 2 BGB genannten Kriterien n\u00f6tig sei und <\/strong><\/li>\n<li><strong>die angemessene Entsch\u00e4digung im Ausgangspunkt <\/strong>\n<ul>\n<li><strong>an den auf die unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel entfallenden Verg\u00fctungsanteilen <\/strong><\/li>\n<li><strong>einschlie\u00dflich der Anteile f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten sowie f\u00fcr Wagnis und Gewinn<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>zu orientieren ist.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weil weder das LG Berlin, 10.07.2018 &#8211; 67 O 155\/17 noch das KG, Urteil vom 29.01.2019 &#8211; 21 U 122\/18 das taten, verwies der BGH die Sache wieder zur\u00fcck, ohne dem Anspruchsteller irgendetwas zuzusprechen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir wiederholen hier den Wortlaut der vom VII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs auf die m\u00fcndliche Verhandlung vom 30. Januar 2020 durch den Vorsitzenden Richter Pamp sowie die Richterinnen Gra\u00dfnack, Sacher, Borris und Dr. Brenneisen ergangenen Entscheidung, wobei die Hervorhebungen von uns stammen:<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;<span style=\"font-weight: 400;\">Auf die Revision der Kl\u00e4gerin wird das Urteil des 21. Zivilsenats des Kammergerichts vom 29. Januar 2019 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Berufung der Kl\u00e4gerin gegen das die Klage in H\u00f6he von 159.804,29 EUR nebst Zinsen (&#8222;Schulerweiterung&#8220;) abweisende Urteil der Zivilkammer 67 des Landgerichts Berlin vom 10. Juli 2018 zur\u00fcckgewiesen worden ist.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im \u00dcbrigen wird die Revision der Kl\u00e4gerin zur\u00fcckgewiesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur neuen Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Tatbestand:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">1<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die Kl\u00e4gerin begehrt von dem beklagten Land aus einem nach einem \u00f6ffentlichen Vergabeverfahren geschlossenen Bauvertrag eine Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB in H\u00f6he von zuletzt 207.286,30 EUR nebst Zinsen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">2<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Beklagte schrieb im Jahr 2016 f\u00fcr das Bauvorhaben &#8222;Erweiterungsbauten f\u00fcr die Gemeinschaftsschule auf dem Campus R\u00fctli &#8211; CR&#8220; Trockenbauarbeiten aus. Die Trockenbauarbeiten waren in drei unterschiedlichen Geb\u00e4uden zu erbringen, n\u00e4mlich dem &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220;, dem &#8222;Elternzentrum&#8220; und der &#8222;Schulerweiterung&#8220;. Bei der Ausschreibung nahm der Beklagte auf die Allgemeinen Vertragsbedingungen f\u00fcr die Ausf\u00fchrung von Bauleistungen (VOB\/B) und auf die Besonderen Vertragsbedingungen (BVB) Bezug.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">3<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Gem\u00e4\u00df Ziffer 1.1 BVB war mit der Ausf\u00fchrung der Trockenbauarbeiten am 20. Juni 2016 zu beginnen und die Leistung am 7. April 2017 zu vollenden. In Ziffer 10 BVB wurden ferner folgende &#8222;Einzelfristen&#8220; festgelegt:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">4<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;1. Schulerweiterung<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde 1. Seite 21.11.2016 bis 13.01.2017<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde schlie\u00dfen 19.12.2016 bis 17.02.2017<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Decken 30.01.2017 bis 07.04.2017<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Elternzentrum<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde 1. Seite 04.07.2016 bis 29.07.2016<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde schlie\u00dfen 22.08.2016 bis 16.09.2016<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Decken 05.09.2016 bis 30.09.2016<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> WAT-Geb\u00e4ude<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde 1. Seite 20.06.2016 bis 01.07.2016<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> W\u00e4nde schlie\u00dfen 15.08.2016 bis 02.09.2016<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"29\">\n<li><span style=\"font-weight: 400;\"> Decken 29.08.2016 bis 16.09.2016&#8243;<\/span><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">5<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Mit Schreiben vom 7. April 2016 gab die Kl\u00e4gerin ein Angebot zu einer Verg\u00fctung von 334.215,86 EUR zuz\u00fcglich Umsatzsteuer ab. Auf Bitten des Beklagten verl\u00e4ngerte sie die zun\u00e4chst bis zum 20. Juni 2016 laufende Bindefrist f\u00fcr ihr Angebot zweimal, zuletzt bis zum 5. August 2016. Mit Schreiben vom 2. August 2016 beauftragte der Beklagte die Kl\u00e4gerin gem\u00e4\u00df deren Angebot. In jenem Schreiben hatte der Beklagte folgenden Textbaustein angekreuzt:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;Ich fordere Sie auf, mit der Ausf\u00fchrung der Bauleistung gem\u00e4\u00df Ziff. 1.1 der Besonderen Vertragsbedingungen zu beginnen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">6<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">In einer Baubesprechung vom 22. August 2016 teilte der Bauleiter des Beklagten der Kl\u00e4gerin mit, die Ausf\u00fchrung der Trockenbauarbeiten hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; solle am 5. September 2016 beginnen. Hinsichtlich des &#8222;Elternzentrums&#8220; bestimmte er &#8211; m\u00f6glicherweise bei anderer Gelegenheit &#8211; den Ausf\u00fchrungsbeginn auf den 19. September 2016. In beiden Bereichen begann die Kl\u00e4gerin fristgerecht mit den Trockenbauarbeiten, konnte diese jedoch erst im Februar bzw. M\u00e4rz 2017 abschlie\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">7<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Hinsichtlich des Geb\u00e4udes &#8222;Schulerweiterung&#8220; konnte die Kl\u00e4gerin mit den Trockenbauarbeiten erst am 2. Mai 2017 beginnen. Diese Arbeiten waren im Zeitpunkt der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem Berufungsgericht noch nicht abgeschlossen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">8<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die Kl\u00e4gerin macht zur Begr\u00fcndung des Entsch\u00e4digungsanspruchs gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB geltend, der Beklagte habe sich hinsichtlich aller drei Geb\u00e4ude infolge Unterlassens einer bei Herstellung des Werks erforderlichen Mitwirkungshandlung in Annahmeverzug befunden, weil er ihr das Baugrundst\u00fcck nicht so \u00fcberlassen habe, dass sie die Trockenbauarbeiten innerhalb der Vertragsfristen habe ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Dabei geht sie hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; und des &#8222;Elternzentrums&#8220; von einer Verschiebung der in Ziffer 10 BVB vereinbarten, aufgrund der Verz\u00f6gerung des Vergabeverfahrens jedoch bereits verstrichenen Termine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn auf den 2. August 2016 und von einem Beginn des Annahmeverzugs sp\u00e4testens am 22. August 2016 aus. Hinsichtlich des Geb\u00e4udes &#8222;Schulerweiterung&#8220; legt die Kl\u00e4gerin weiterhin die Vertragsfristen gem\u00e4\u00df Ziffer 10 BVB und damit einen Beginn des Annahmeverzugs am 21. November 2016 zugrunde. Sie bemisst die Entsch\u00e4digung in der Weise, dass sie die Verg\u00fctung f\u00fcr die drei Geb\u00e4ude, soweit sie diese w\u00e4hrend der Dauer des Annahmeverzugs des Beklagten nicht erwirtschaften konnte, anteilig zugrunde legt und hiervon ersparte Material- und Ger\u00e4tekosten sowie einen anderweitigen Erwerb abzieht. Auf dieser Grundlage errechnet sie Bruttobetr\u00e4ge f\u00fcr das &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220; in H\u00f6he von 7.247,72 EUR, f\u00fcr das &#8222;Elternzentrum&#8220; in H\u00f6he von 40.234,29 EUR und f\u00fcr das Geb\u00e4ude &#8222;Schulerweiterung&#8220; in H\u00f6he von 159.804,29 EUR.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">9<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Die Berufung der Kl\u00e4gerin ist erfolglos geblieben. Mit der vom Berufungsgericht uneingeschr\u00e4nkt zugelassenen Revision verfolgt die Kl\u00e4gerin ihren Klageantrag in H\u00f6he von 207.286,30 EUR nebst Zinsen weiter.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Gr\u00fcnde:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">10<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die zul\u00e4ssige Revision der Kl\u00e4gerin ist begr\u00fcndet, soweit das Berufungsgericht einen Anspruch auf Zahlung von <\/span><b>159.804,29 EUR nebst Zinsen hinsichtlich des Geb\u00e4udes &#8222;Schulerweiterung&#8220;<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> verneint hat. Sie f\u00fchrt insoweit zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das Berufungsgericht. Im \u00dcbrigen ist die Revision der Kl\u00e4gerin nicht begr\u00fcndet.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">11<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Das Berufungsgericht, dessen Urteil unter anderem in BauR 2019, 823 und NZBau 2019, 637 ver\u00f6ffentlicht ist, hat seine Entscheidung, soweit f\u00fcr das Revisionsverfahren von Bedeutung, im Wesentlichen wie folgt begr\u00fcndet:<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">12<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">1. &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220; und &#8222;Elternzentrum&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">13<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Ein Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; und des &#8222;Elternzentrums&#8220; scheide aus, da es an einem Annahmeverzug des Beklagten mit der bei Herstellung des Werks erforderlichen Mitwirkung fehle.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">14<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Ein Besteller gerate in Annahmeverzug, wenn ein Bauvertrag Ausf\u00fchrungsfristen regele und der Besteller dem Unternehmer das Baugrundst\u00fcck zu Beginn der Frist nicht &#8222;baufrei&#8220;, also nicht so zur Leistungserbringung \u00fcberlasse, wie es nach dem Vertrag h\u00e4tte geschehen m\u00fcssen. Hier habe es dem Beklagten nicht oblegen, der Kl\u00e4gerin das &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220; und das &#8222;Elternzentrum&#8220; vor dem 5. bzw. 19. September 2016 &#8222;baufrei&#8220; zu \u00fcberlassen. Die in Ziffer 10 BVB hinsichtlich dieser Geb\u00e4ude genannten Fristen seien nicht Vertragsbestandteil geworden, da sie im Zeitpunkt des Zuschlags am 2. August 2016 schon mehrere Wochen verstrichen gewesen seien. Der Vertrag enthalte insoweit eine Regelungsl\u00fccke, die durch Vereinbarung der Parteien, hilfsweise im Wege der erg\u00e4nzenden Vertragsauslegung zu f\u00fcllen sei. Hier h\u00e4tten sich die Parteien auf einen neuen Fristbeginn am 5. beziehungsweise 19. September 2016 f\u00fcr das &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220; und das &#8222;Elternzentrum&#8220; geeinigt, da der hierzu bevollm\u00e4chtigte Bauleiter des Beklagten diese Fristen mitgeteilt und die Kl\u00e4gerin ihre Arbeiten zu diesen Terminen ohne Widerspruch begonnen habe. Dem im Auftragsschreiben angekreuzten Textbaustein, mit dem der Beklagte zum Arbeitsbeginn gem\u00e4\u00df Ziffer 1.1 BVB aufgefordert habe, komme vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich \u00fcberschrittenen Beginntermine f\u00fcr die betreffenden Geb\u00e4ude, die \u00fcberdies nicht in Ziffer 1.1 geregelt gewesen seien, keine entscheidende Bedeutung zu.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">15<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Kl\u00e4gerin stehe auch keine Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB wegen eines nach dem Beginn der Ausf\u00fchrung am 5. beziehungsweise 19. September 2016 eingetretenen Annahmeverzugs des Beklagten zu. Es fehle Vortrag dazu, inwieweit es nach Ausf\u00fchrungsbeginn zu konkreten Behinderungen aus der Mitwirkungssph\u00e4re des Beklagten gekommen sei.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">16<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">2. &#8222;Schulerweiterung&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">17<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Kl\u00e4gerin stehe gegen den Beklagten auch keine Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB hinsichtlich der &#8222;Schulerweiterung&#8220; zu.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">18<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Allerdings habe sich der Beklagte vom 21. November 2016 bis mindestens zum 2. Mai 2017 in Annahmeverzug befunden. Dies sei f\u00fcr den Beklagten auch offenkundig gewesen, \u00a7 6 Abs. 1 VOB\/B.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">19<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Gleichwohl stehe der Kl\u00e4gerin keine Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB zu, da ihr durch den Annahmeverzug des Beklagten kein Nachteil entstanden sei. Die Entstehung eines annahmeverzugsbedingten Nachteils sei anspruchsbegr\u00fcndende Voraussetzung des \u00a7 642 BGB.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">20<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der zeitbezogene Umsatzverlust sei indes nicht der f\u00fcr den Anspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB vorausgesetzte Nachteil. Dies lasse sich aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ableiten (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17, BGHZ 216, 319), sei interessengerecht und k\u00f6nne auch mit dem Wortlaut des \u00a7 642 Abs. 2 BGB vereinbart werden. Die Berechnung der Kl\u00e4gerin, die von der auf die &#8222;Schulerweiterung&#8220; fallenden Verg\u00fctung in H\u00f6he von ca. 228.000 EUR netto ausgehe, die sie in dem vertraglich vorgesehenen Zeitraum vom 21. November 2016 bis zum 7. April 2017 nicht habe erwirtschaften k\u00f6nnen, und hiervon infolge der Nichtausf\u00fchrung der Arbeiten in diesem Zeitraum ersparte Aufwendungen f\u00fcr Material und Ger\u00e4te in H\u00f6he von ca. 86.000 EUR sowie einen anderweitigen Erwerb in H\u00f6he von ca. 8.000 EUR abziehe, k\u00f6nne den Anspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB daher nicht begr\u00fcnden.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">21<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Umstand, dass die Kl\u00e4gerin w\u00e4hrend des Annahmeverzugs des Beklagten nicht die in der Verg\u00fctung enthaltenen Deckungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr ihre allgemeinen Gesch\u00e4ftskosten habe erwirtschaften k\u00f6nnen, stelle ebenfalls keinen Nachteil dar, der nach \u00a7 642 BGB zu ersetzen sei. Denn zeitbezogene Umsatzausf\u00e4lle seien, wie ausgef\u00fchrt, nicht ersatzf\u00e4hig und als Kostennachteil seien die zeitweise nicht zu erwirtschaftenden Deckungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten nicht einzuordnen, weil der allgemeine Gesch\u00e4ftsbetrieb nicht allein f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des gest\u00f6rten Vertrags vorgehalten werde.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">22<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB solle vielmehr die Nachteile ausgleichen, die dem Unternehmer durch den vergeblichen Vorhalt von Produktionsfaktoren w\u00e4hrend des Annahmeverzugs entstehen, gegebenenfalls zuz\u00fcglich eines Zuschlags f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten und Gewinn. Die Kl\u00e4gerin k\u00f6nne den Anspruch daher im Grundsatz &#8211; wie hilfsweise geltend gemacht &#8211; auf den vergeblichen Vorhalt von Arbeitskr\u00e4ften st\u00fctzen. Aus ihrem Vortrag ergebe sich jedoch nicht, dass ihr ein solcher Nachteil tats\u00e4chlich entstanden sei. Die Darlegungs- und Beweislast hierf\u00fcr trage der Unternehmer.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">23<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Der Klageanspruch ergebe sich schlie\u00dflich auch nicht aus weiteren Vorschriften, etwa aus \u00a7 304 BGB, \u00a7 2 Abs. 5 VOB\/B, \u00a7 6 Abs. 6 VOB\/B oder \u00a7\u00a7 280, 286 BGB.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">II.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">24<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Dies h\u00e4lt der rechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung nur teilweise stand.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">25<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">1. &#8222;WAT-Geb\u00e4ude&#8220; und &#8222;Elternzentrum&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">26<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">a) Das Berufungsgericht hat einen Entsch\u00e4digungsanspruch der Kl\u00e4gerin gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB verneint, weil der Beklagte hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; und des &#8222;Elternzentrums&#8220; nicht mit der bei der Herstellung des Werks erforderlichen Mitwirkung in Annahmeverzug geraten sei.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">27<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts haben sich die Parteien nach Vertragsschluss auf neue Vertragstermine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn geeinigt &#8211; hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; auf den 5. September 2016 und hinsichtlich des &#8222;Elternzentrums&#8220; auf den 19. September 2016 &#8211; und der Beklagte ist zu diesen Terminen seiner Obliegenheit zur Mitwirkung jeweils nachgekommen, so dass die Kl\u00e4gerin fristgerecht mit den Trockenbauarbeiten beginnen konnte. Die hiergegen von der Revision erhobenen Einw\u00e4nde greifen nicht durch.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">28<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">aa) Allerdings haben die Parteien einen Vertrag geschlossen, der zun\u00e4chst den Ausf\u00fchrungsbeginn hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; auf den 20. Juni 2016 &#8211; dem Ende der in der Ausschreibung vorgesehenen Bindefrist- und hinsichtlich des &#8222;Elternzentrums&#8220; auf den 4. Juli 2016 festlegte.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#29<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist ein Zuschlag in einem \u00f6ffentlichen Vergabeverfahren regelm\u00e4\u00dfig so auszulegen, dass er sich auch auf wegen Zeitablaufs obsolet gewordene Fristen und Termine bezieht (vgl. BGH, Urteil vom 26. April 2018 &#8211; VII ZR 81\/17 Rn. 15, BauR 2018, 1263 = NZBau 2018, 459; Urteil vom 11. Mai 2009 &#8211; VII ZR 11\/08 Rn. 37 ff., BGHZ 181, 47). Der Streitfall bietet keinen Anlass zu einer abweichenden Beurteilung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">30<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die Kl\u00e4gerin hat auf die vom Beklagten ausgeschriebenen Trockenbauarbeiten ein Angebot abgegeben, das auch die Vertragsfristen gem\u00e4\u00df Ziffer 10 BVB umfasste. Der Beklagte hat dieses Angebot nach mehrfacher einvernehmlicher Bindefristverl\u00e4ngerung mit seinem Auftragsschreiben vom 2. August 2016 unver\u00e4ndert angenommen. Dies gilt unabh\u00e4ngig davon, dass die in dem Angebot f\u00fcr den Beginn der Ausf\u00fchrung jeweils vorgesehenen Termine zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen waren.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#31<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">bb) Ein solcher Vertragsschluss, der eine Einigung \u00fcber bereits verstrichene Fristen enth\u00e4lt, erfordert indes nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs eine Vertragsanpassung. Da die vereinbarten Vertragsfristen aus tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnden gegenstandslos sind, kann es bei ihnen nicht verbleiben. Angesichts des Umstands, dass die Parteien im Vertrag Regelungen zur zeitlichen Durchf\u00fchrung vereinbart haben, entspricht ein ersatzloser Wegfall nicht dem Willen der Parteien. Das Verhalten der Parteien ist deshalb dahin auszulegen, dass sie den Vertrag zwar bereits bindend schlie\u00dfen, \u00fcber neue, dem eingetretenen Zeitablauf Rechnung tragende Fristen jedoch noch eine Einigung herbeif\u00fchren wollen. Kommt es nicht zu der von den Parteien erwarteten nachtr\u00e4glichen Einigung, existiert eine Regelungsl\u00fccke, die im Wege der erg\u00e4nzenden Vertragsauslegung zu f\u00fcllen ist.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Danach ist die Bauzeit unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde des Einzelfalls anzupassen, wobei im Rahmen eines VOB\/B-Vertrags die Grunds\u00e4tze des vereinbarten \u00a7 6 Abs. 3 und 4 VOB\/B sinngem\u00e4\u00df zu ber\u00fccksichtigen sind.\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Zugleich ist der vertragliche Verg\u00fctungsanspruch in Anlehnung an die Grunds\u00e4tze des \u00a7 2 Abs. 5 VOB\/B anzupassen (vgl. BGH, Urteil vom 11. Mai 2009 &#8211; VII ZR 11\/08 Rn. 44 ff., BGHZ 181, 47). Im Hinblick auf die erforderliche Vertragsanpassung bei Verz\u00f6gerungen des Vergabeverfahrens ger\u00e4t der Besteller daher nicht bereits deswegen in Annahmeverzug, weil im Zeitpunkt der Zuschlagserteilung die Ausf\u00fchrungsfristen bereits verstrichen sind (BGH, Urteil vom 26. April 2018 &#8211; VII ZR 81\/17 Rn. 22, BauR 2018, 1263 = NZBau 2018, 459).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">32<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Hier haben die Parteien nach den Feststellungen des Berufungsgerichts die danach erforderliche Anpassung der Bauzeit insoweit vorgenommen, als sie sich auf neue Termine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn geeinigt haben. Das Berufungsgericht hat das Verhalten der Parteien im Anschluss an den Vertragsschluss dahin gew\u00fcrdigt, dass sie sich hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; und des &#8222;Elternzentrums&#8220; auf den 5. September 2016 beziehungsweise den 19. September 2016 als neue Termine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn konkludent geeinigt haben. Es hat die jeweilige Mitteilung der neuen Termine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn durch den insoweit bevollm\u00e4chtigten Bauleiter des Beklagten als Angebot auf die erforderliche Anpassung der Bauzeit ausgelegt und die widerspruchslose Aufnahme der Trockenbauarbeiten zu den genannten Terminen als <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">konkludente Annahme<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">33<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Hiergegen wendet sich die Revision vergeblich<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">. Die Auslegung von Willenserkl\u00e4rungen ist grunds\u00e4tzlich Angelegenheit des Tatrichters. Sie ist revisionsrechtlich nur dahingehend \u00fcberpr\u00fcfbar, ob Verst\u00f6\u00dfe gegen gesetzliche Auslegungsregeln, anerkannte Auslegungsgrunds\u00e4tze, sonstige Erfahrungss\u00e4tze oder Denkgesetze vorliegen oder ob die Auslegung auf Verfahrensfehlern beruht. Ein Versto\u00df gegen anerkannte Auslegungsgrunds\u00e4tze kann dabei auch dann gegeben sein, wenn nicht alle f\u00fcr die Auslegung wesentlichen Umst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt worden sind (st. Rspr., vgl. z.B. BGH, Urteil vom 1. Juni 2017 &#8211; VII ZR 49\/16 Rn. 15, BauR 2017, 1531 = NZBau 2017, 559; Urteil vom 15. Dezember 1994 &#8211; VII ZR 140\/93, BauR 1995, 237, jeweils m.w.N.). Derartige Rechtsfehler liegen nicht vor. Soweit die Revision die Auffassung vertritt, die in dem Auftragsschreiben des Beklagten vom 2. August 2016 enthaltene Aufforderung zum Ausf\u00fchrungsbeginn gem\u00e4\u00df Ziffer 1.1 BVB sei als Angebot auf Verschiebung der bereits verstrichenen Termine f\u00fcr den Ausf\u00fchrungsbeginn hinsichtlich des &#8222;WAT-Geb\u00e4udes&#8220; und des &#8222;Elternzentrums&#8220; auf den Zeitpunkt des Vertragsschlusses zu verstehen, das die Kl\u00e4gerin angenommen habe, dringt sie hiermit nicht durch. Die Revision misst jenem Schreiben lediglich eine andere Bedeutung zu als das Berufungsgericht, zeigt damit aber keinen revisionsrechtlich beachtlichen Rechtsfehler auf. Insbesondere stellt die W\u00fcrdigung des Berufungsgerichts, nach der das Auftragsschreiben vom 2. August 2016 der Annahme einer nach Vertragsschluss erfolgten konkludenten Einigung der Parteien auf neue Termine zum Ausf\u00fchrungsbeginn nicht entgegenstehe, keinen Versto\u00df gegen anerkannte Auslegungsgrunds\u00e4tze dar. Soweit die Revision diesbez\u00fcglich ferner Verfahrensr\u00fcgen erhebt, hat der Senat diese gepr\u00fcft und nicht f\u00fcr durchgreifend erachtet, \u00a7 564 Satz 1 ZPO.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">34<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">b) Soweit das Berufungsgericht mangels hinreichender Darlegungen eine Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB wegen eines nach dem Beginn der Ausf\u00fchrung am 5. beziehungsweise 19. September 2016 eingetretenen Annahmeverzugs des Beklagten verneint hat, nimmt die Revision dies hin.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">35<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">c) Die Revision ist auch nicht deshalb begr\u00fcndet, weil der <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Kl\u00e4gerin aufgrund der Verz\u00f6gerung des Vergabeverfahrens und der erforderlichen Anpassung der Bauzeit ein Anspruch auf Anpassung der Verg\u00fctung in Anlehnung an die Grunds\u00e4tze des \u00a7 2 Abs. 5 VOB\/B zustehen kann. Denn ein solcher Anspruch ist nicht streitgegenst\u00e4ndlich.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Die Kl\u00e4gerin beschr\u00e4nkt sich vielmehr &#8211; anderes ergibt sich auch nicht aus der Revision &#8211; auf die Geltendmachung eines Entsch\u00e4digungsanspruchs wegen Annahmeverzugs, den sie f\u00fcr einen Zeitraum beginnend mit dem 22. August 2016 bemisst.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">36<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">2. &#8222;Schulerweiterung&#8220;<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">37<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Soweit das Berufungsgericht hinsichtlich des Geb\u00e4udes &#8222;Schulerweiterung&#8220; einen Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB verneint hat, hat die Revision Erfolg.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#38<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">a) <\/span><b>Das Berufungsgericht geht rechtsfehlerhaft davon aus, dass ein Nachteil in Form von Vorhaltekosten f\u00fcr vergeblich bereitgehaltene Produktionsmittel anspruchsbegr\u00fcndende Voraussetzung f\u00fcr eine angemessene Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB ist.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">39<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">\u00a7 642 BGB setzt nur voraus, dass der Besteller durch das Unterlassen einer Handlung, die bei der Herstellung des Werks erforderlich ist, in Annahmeverzug ger\u00e4t. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen ist zu Gunsten der Kl\u00e4gerin revisionsrechtlich zu unterstellen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">40<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Bei der Schaffung des Entsch\u00e4digungsanspruchs gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB ist der Gesetzgeber zwar davon ausgegangen, <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">dass dem Unternehmer w\u00e4hrend des Annahmeverzugs des Bestellers typischerweise ein Nachteil entsteht, der angemessen zu entsch\u00e4digen ist.<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> Er hat die Vorschrift jedoch &#8211; anders als das Berufungsgericht meint &#8211; nicht in der Weise ausgestaltet, dass er einen Nachteil zu einer anspruchsbegr\u00fcndenden Voraussetzung erhoben hat.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#41<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">b) <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Die Frage, welchen Inhalt der Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB hat, insbesondere wie er zu bemessen ist, ist bislang nicht gekl\u00e4rt.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">42<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">aa) Wie der Senat bislang lediglich ausgef\u00fchrt hat, macht der Begriff &#8222;angemessene Entsch\u00e4digung&#8220; in \u00a7 642 Abs. 1 BGB deutlich, dass es sich bei dem Anspruch aus \u00a7 642 BGB nicht um einen umfassenden Schadensersatzanspruch handelt, sondern um einen verschuldensunabh\u00e4ngigen Anspruch sui generis,\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">auf den die Vorschriften der \u00a7\u00a7 249 ff. BGB zur Berechnung von Schadensersatz nicht anwendbar sind (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 27, BGHZ 216, 319; Urteil vom 24. Januar 2008 &#8211; VII ZR 280\/05 Rn. 11, BGHZ 175, 118).\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Er hat ferner entschieden, dass\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Mehrkosten wie gestiegene Lohn- und Materialkosten, die zwar aufgrund des Annahmeverzugs des Bestellers, aber erst nach dessen Beendigung anfallen, n\u00e4mlich bei Ausf\u00fchrung der verschobenen Werkleistung, vom Entsch\u00e4digungsanspruch nach \u00a7 642 BGB nicht erfasst sind (vgl. BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 18, BGHZ 216, 319).\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In diesem Zusammenhang hat er zum einen darauf abgestellt, dass zeitliches Kriterium f\u00fcr die Bemessung der Entsch\u00e4digungsh\u00f6he nach dem Wortlaut des \u00a7 642 Abs. 2 BGB <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">nur die Dauer des Annahmeverzugs ist <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">und dieser Umstand ein gewichtiges Indiz daf\u00fcr bildet, dass eine Entsch\u00e4digung nach \u00a7 642 BGB auch nur f\u00fcr diesen Zeitraum beansprucht werden kann (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 28, BGHZ 216, 319). Zum anderen hat er darauf hingewiesen, dass bei der Bemessung der Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 Abs. 2 BGB die <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">&#8222;H\u00f6he der vereinbarten Verg\u00fctung&#8220; zu ber\u00fccksichtigen ist, die auch den in dieser Verg\u00fctung enthaltenen Anteil f\u00fcr Gewinn, Wagnis und allgemeine Gesch\u00e4ftskosten einschlie\u00dfen kann<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 45, BGHZ 216, 319). Zudem geht der Bundesgerichtshof in st\u00e4ndiger Rechtsprechung davon aus, dass \u00a7 642 BGB nach seinem Sinn und Zweck dem Unternehmer eine angemessene Entsch\u00e4digung daf\u00fcr gew\u00e4hrt, dass er w\u00e4hrend des Annahmeverzugs des Bestellers infolge Unterlassens einer diesem <\/span><b>obliegenden Mitwirkungshandlung Personal, Ger\u00e4te und Kapital, also die Produktionsmittel zur Herstellung der Werkleistung, bereith\u00e4lt<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 33, BGHZ 216, 319; Urteil vom 24. Januar 2008 &#8211; VII ZR 280\/05 Rn. 11, BGHZ 175, 118; Urteil vom 7. Juli 1988 &#8211; VII ZR 179\/87, BauR 1988, 739).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#43<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Demgegen\u00fcber hat er bislang nicht Stellung dazu genommen, wie der Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB zu bemessen ist, <\/span><b>insbesondere<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> inwieweit Anteile f\u00fcr Gewinn, Wagnis und allgemeine Gesch\u00e4ftskosten in die Entsch\u00e4digung einflie\u00dfen k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">44<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">bb) Hierzu werden in der obergerichtlichen Rechtsprechung und in der baurechtlichen Literatur unterschiedliche Auffassungen vertreten.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">45<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Nach einer Auffassung wird der Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB daf\u00fcr gew\u00e4hrt, dass der Unternehmer die vereinbarte Verg\u00fctung w\u00e4hrend des Zeitraums des Annahmeverzugs nicht habe erwirtschaften k\u00f6nnen. Ausgangspunkt f\u00fcr die Bemessung der Entsch\u00e4digung ist danach, welchen Verg\u00fctungsanteil einschlie\u00dflich Gewinn, Wagnis und allgemeine Gesch\u00e4ftskosten der Unternehmer in diesem Zeitraum erwirtschaftet h\u00e4tte, wenn kein Annahmeverzug vorgelegen h\u00e4tte. In einem zweiten Schritt werden hiervon dann &#8211; \u00e4hnlich wie im Rahmen von \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB &#8211; die infolge des Annahmeverzugs ersparten Aufwendungen und dasjenige, was der Unternehmer durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwerben kann, abgezogen, wobei die Einzelheiten hierzu wiederum umstritten sind (vgl. z.B. Drittler, BauR 2019, 1524 mit umfassenden Nachweisen zum Streitstand; Schneider, BauR 2019, 347; Roskosny\/Bolz, BauR 2006, 1804).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">46<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Nach anderer Auffassung soll mit der Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB die &#8211; unproduktive &#8211; Bereithaltung von Produktionsmitteln, also von Personal, Ger\u00e4ten und Kapital, w\u00e4hrend der Dauer des Annahmeverzugs kompensiert werden. Danach ist die H\u00f6he der Entsch\u00e4digung im Grundsatz daran zu orientieren, welchen Wert man der Bereithaltung von Produktionsmitteln zumisst (vgl. Gl\u00f6ckner, BauR 2014, 368, 375). Insoweit wird teilweise auf die Verg\u00fctungsanteile einschlie\u00dflich Gewinn, Wagnis und allgemeine Gesch\u00e4ftskosten, die auf die unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel entfallen, abgestellt (vgl. Althaus, NZBau 2018, 643) und teilweise auf die tats\u00e4chlichen Kosten f\u00fcr die Bereithaltung der Produktionsmittel (vgl. z.B. Sienz, BauR 2019, 360, 372 f.; ders., BauR 2014, 390, 399; Franz, BauR 2017, 380, 401; Gl\u00f6ckner, BauR 2014, 368, 375; aus der obergerichtlichen Rechtsprechung vgl. z.B. OLG K\u00f6ln, Urteil vom 14. August 2003 &#8211; 12 U 114\/02, NJW-RR 2004, 818), auf die wiederum teilweise ein Zuschlag f\u00fcr Gewinn, Wagnis und allgemeine Gesch\u00e4ftskosten gew\u00e4hrt wird, wobei die Einzelheiten auch hier umstritten sind (vgl. z.B. OLG D\u00fcsseldorf, Urteil vom 19. Dezember 2019 &#8211; 5 U 52\/19; Messerschmidt\/Voit\/Stickler, Privates Baurecht, 3. Auflage, \u00a7 642 BGB Rn. 47 zu allgemeinen Gesch\u00e4ftskosten).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#47<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">cc) <\/span><b>Bei zutreffendem Verst\u00e4ndnis der Vorschrift erfordert \u00a7 642 BGB eine Abw\u00e4gungsentscheidung des Tatrichters auf der Grundlage der in \u00a7 642 Abs. 2 BGB genannten Kriterien. <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Dabei ist die angemessene Entsch\u00e4digung im Ausgangspunkt an den\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">auf die unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel entfallenden Verg\u00fctungsanteilen\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">einschlie\u00dflich der Anteile f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten sowie f\u00fcr Wagnis und Gewinn zu orientieren.\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dagegen gew\u00e4hrt \u00a7 642 BGB keinen vollst\u00e4ndigen Ausgleich f\u00fcr die w\u00e4hrend des Annahmeverzugs nicht erwirtschaftete Verg\u00fctung.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#48<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">(1) Dem Wortlaut des \u00a7 642 BGB ist der Inhalt des Entsch\u00e4digungsanspruchs nicht eindeutig zu entnehmen. Die Vorschrift bietet nur Anhaltspunkte f\u00fcr die Bemessung des Entsch\u00e4digungsanspruchs, indem sie in\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><b> 642 Abs. 2 BGB <\/b><b>vier<\/b><b> zu ber\u00fccksichtigende Kriterien<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">nennt. Danach bestimmt sich die H\u00f6he der Entsch\u00e4digung\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">einerseits<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">nach der Dauer des Annahmeverzugs und\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">der H\u00f6he der vereinbarten Verg\u00fctung,\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">andererseits<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> nach demjenigen,\u00a0<\/span>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">was der Unternehmer infolge des Annahmeverzugs an Aufwendungen erspart oder\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwerben kann.\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Kriterien bilden den Rahmen f\u00fcr die Bemessung der Entsch\u00e4digung. Dar\u00fcber hinaus wird aus der Formulierung<\/span><b> &#8222;einerseits &#8211; andererseits&#8220; deutlich, dass der Tatrichter eine Abw\u00e4gungsentscheidung <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">zu treffen hat (Sienz, BauR 2014, 390, 398; Gl\u00f6ckner, BauR 2014, 368, 374). Dies wird weiter auch durch den Umstand belegt, dass die Entsch\u00e4digung &#8222;angemessen&#8220; sein soll.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Die Vorschrift sieht danach keine exakte Berechnung des Entsch\u00e4digungsanspruchs vor, sondern geht davon aus, dass der Tatrichter im Rahmen der erforderlichen Abw\u00e4gung einen Ermessensspielraum hat.\u00a0<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Er kann dabei auf die M\u00f6glichkeit der Sch\u00e4tzung gem\u00e4\u00df \u00a7 287 ZPO zur\u00fcckgreifen (vgl. BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 45, BGHZ 216, 319).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">49<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Dagegen kann dem Wortlaut des \u00a7 642 Abs. 2 BGB nicht entnommen werden, dass eine Berechnung in Anlehnung an \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB zu erfolgen hat. Die Vorschrift benennt zwar weitgehend die Kriterien, die auch bei der Verg\u00fctung gem\u00e4\u00df \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB von Bedeutung sind. Indes gibt \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB dadurch, dass sich der Unternehmer auf die vereinbarte Verg\u00fctung ersparte Aufwendungen und einen anderweitigen Erwerb &#8222;anrechnen lassen&#8220; muss, eine Berechnung vor, w\u00e4hrend \u00a7 642 Abs. 2 BGB eine Abw\u00e4gungsentscheidung erfordert.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#50<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Dem Wortlaut des \u00a7 642 BGB kann ebenfalls <\/span><b>nicht<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> entnommen werden, dass Ma\u00dfstab f\u00fcr die Bemessung der Entsch\u00e4digung <\/span><b>die tats\u00e4chlichen Kosten<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fcr die Bereithaltung von Produktionsmitteln sein sollen. Vielmehr bestimmt \u00a7 642 Abs. 2 BGB, dass bei der Festsetzung der angemessenen Entsch\u00e4digung unter anderem <\/span><b>die vereinbarte Verg\u00fctung f\u00fcr die unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">51<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">(2) Der Senat hat aus dem Wortlaut der Vorschrift und dem systematischen Regelungszusammenhang mit den Gefahrtragungsregeln der \u00a7\u00a7 644, 645 BGB weiter gefolgert, dass nach dem Sinn und Zweck des \u00a7 642 BGB der Unternehmer daf\u00fcr entsch\u00e4digt werden soll, dass er w\u00e4hrend des Annahmeverzugs des Bestellers infolge Unterlassens einer diesem obliegenden Mitwirkungshandlung <\/span><b>Personal, Ger\u00e4te und Kapital, also die Produktionsmittel zur Herstellung der Werkleistung, bereith\u00e4lt <\/b><span style=\"font-weight: 400;\">(BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 33, BGHZ 216, 319; Urteil vom 24. Januar 2008 &#8211; VII ZR 280\/05 Rn. 11, BGHZ 175, 118; Urteil vom 7. Juli 1988 &#8211; VII ZR 179\/87, BauR 1988, 739, juris Rn. 21). Ein am Sinn und Zweck der Vorschrift orientiertes Verst\u00e4ndnis f\u00fchrt danach dazu, dass die H\u00f6he der Entsch\u00e4digung <\/span><b>einen Bezug zu der vergeblichen Bereithaltung von Produktionsmitteln w\u00e4hrend der Dauer des Annahmeverzugs haben muss<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Eine in Anlehnung an \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB erfolgende Berechnung kann demgegen\u00fcber <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">zu einer nicht gerechtfertigten Besserstellung des Unternehmers<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> f\u00fchren.\u00a0<\/span>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Denn anders als bei einer freien K\u00fcndigung beh\u00e4lt der Unternehmer im Fall des Annahmeverzugs des Bestellers trotz der St\u00f6rung seinen vollen Verg\u00fctungsanspruch, den er durch Ausf\u00fchrung der Werkleistung nach Beendigung des Annahmeverzugs verdient.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Auf der anderen Seite ergibt sich aus der Bezugnahme auf die vereinbarte Verg\u00fctung in \u00a7 642 Abs. 2 BGB, #<\/span><b>dass mit dem Ersatz allein der tats\u00e4chlichen Kosten der Bereithaltung von Produktionsmitteln eine unzureichende Kompensation des Unternehmers verbunden sein kann<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">52<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">(3) Die systematische Auslegung f\u00fchrt zu keiner anderen Beurteilung. Wie der Senat bereits ausgef\u00fchrt hat, erg\u00e4nzt \u00a7 642 BGB die Gefahrtragungsregeln in \u00a7\u00a7 644, 645 BGB und betrifft ebenso wie \u00a7 645 BGB die <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Verteilung des vertraglichen Risikos, wenn infolge einer vom Besteller zu erbringenden Mitwirkungshandlung die Ausf\u00fchrung der Leistung durch den Unternehmer gest\u00f6rt wird, ohne dass eine der Parteien hieran ein Verschulden trifft<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> (BGH, Urteil vom 26. Oktober 2017 &#8211; VII ZR 16\/17 Rn. 30 m.w.N., BGHZ 216, 319). Da diese Vorschriften kein Verschulden voraussetzen, auch wenn es in der Regel um Ereignisse geht, die der Sph\u00e4re des Bestellers zuzurechnen sind, besteht <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">keine Rechtfertigung, dem Unternehmer jedweden Nachteil<\/span><span style=\"font-weight: 400;\"> zu ersetzen. So kann der Unternehmer nach \u00a7 645 BGB f\u00fcr den Fall, dass das Werk vor der Abnahme infolge eines Mangels des vom Besteller gelieferten Stoffes oder infolge einer von dem Besteller f\u00fcr die Ausf\u00fchrung erteilten Anweisung untergegangen, verschlechtert oder unausf\u00fchrbar geworden ist, nur einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Verg\u00fctung verlangen. Dies gilt auch dann, wenn der Vertrag als aufgehoben gilt, weil der Besteller die ihm obliegende Mitwirkungshandlung innerhalb der ihm gesetzten Frist nicht nachgeholt hat, \u00a7\u00a7 643, 645 Abs. 1 Satz 2 BGB. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ein weitergehender Anspruch auf Ersatz der Verg\u00fctung f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen und auf den darin enthaltenen Anteil f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten, Wagnis und Gewinn steht dem Unternehmer nur unter den Voraussetzungen des \u00a7 645 Abs. 2 BGB zu.<\/span> <b>Dies spricht daf\u00fcr, dass auch der Entsch\u00e4digungsanspruch gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB nicht den gesamten Nachteil ausgleichen soll, der durch die w\u00e4hrend des Annahmeverzugs nicht m\u00f6gliche Erwirtschaftung der Verg\u00fctung entstanden ist.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#53<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">(4) Aus den Gesetzesmaterialien folgt ebenfalls kein anderes Ergebnis. Ihnen ist zu entnehmen, dass der Gesetzgeber die <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Vorschrift des \u00a7 642 BGB geschaffen hat, weil er einerseits einen blo\u00dfen Aufwendungsersatz nach \u00a7 304 BGB als nicht ausreichend ansah,<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">andererseits aber einen Schadensersatzanspruch f\u00fcr zu weitreichend erachtete, <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">da durch eine den Besteller zur Leistung des vollen Schadenersatzes verpflichtende Bestimmung nicht das Interesse beider Teile in angemessener Weise gewahrt w\u00fcrde (vgl. Motive II, S. 495 f. = Mugdan, Die gesammten Materialien zum B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch f\u00fcr das Deutsche Reich, II. Band, S. 276 f.; Roskosny\/Bolz, BauR 2006, 1804, 1809). Aus den Gesetzesmaterialien kann weiter geschlossen werden, dass der Gesetzgeber\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><b>neben<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> dem Verg\u00fctungsanspruch, der bei Herstellung des Werks nach Beendigung des Annahmeverzugs verdient wird,\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><b>zus\u00e4tzlich<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr den Zeitraum, in dem nicht geleistet werden konnte, schaffen wollte,\u00a0<\/span>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">ohne jedoch jegliche Nachteile ausgleichen zu wollen,\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">die dadurch entstehen, dass der Unternehmer seine Leistung w\u00e4hrend des Annahmeverzugs nicht gewinnbringend ausf\u00fchren kann.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#54<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">dd) <\/span><b>Danach ist die angemessene Entsch\u00e4digung gem\u00e4\u00df \u00a7 642 BGB im Ausgangspunkt daran zu orientieren,\u00a0<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><b>welche Anteile der vereinbarten Gesamtverg\u00fctung einschlie\u00dflich Wagnis, Gewinn und allgemeinen Gesch\u00e4ftskosten\u00a0<\/b><\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>auf die vom Unternehmer w\u00e4hrend des Annahmeverzugs<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel entfallen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#55<\/span> <b>Der Tatrichter hat daher festzustellen,<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">inwieweit der Unternehmer\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">w\u00e4hrend des Annahmeverzugs\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Produktionsmittel <\/span><b>unproduktiv bereitgehalten hat<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">, und\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">die hierauf <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">entfallenden Anteile aus der vereinbarten Gesamtverg\u00fctung <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">zu ber\u00fccksichtigen, wobei er nach \u00a7 287 ZPO zur Sch\u00e4tzung berechtigt ist (vgl. Althaus, NZBau 2018, 643 f.).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#56<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Zu den Verg\u00fctungsanteilen f\u00fcr die vom Unternehmer unproduktiv bereitgehaltenen Produktionsmittel <\/span><b>geh\u00f6ren nicht<\/b><b> die infolge des Annahmeverzugs ersparten Aufwendungen einschlie\u00dflich darauf entfallender Anteile f\u00fcr allgemeine Gesch\u00e4ftskosten, Wagnis und Gewinn.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#57<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Im Hinblick auf das Kriterium des <\/span><b>anderweitigen Erwerbs<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> hat der Tatrichter weiterhin zu pr\u00fcfen,\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">ob der Unternehmer seine Produktionsmittel\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">w\u00e4hrend des Annahmeverzugs anderweitig &#8211; produktiv &#8211; eingesetzt hat oder einsetzen konnte.\u00a0<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Dabei ist es <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">ohne Bedeutung<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">, ob die anderweitige Einsatzm\u00f6glichkeit auf einem <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">sogenannten &#8222;echten F\u00fcllauftrag&#8220; beruht<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">, also auf einem Auftrag, der nur wegen des Annahmeverzugs angenommen und ausgef\u00fchrt werden kann.\u00a0<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Das Kriterium des anderweitigen Erwerbs ist im Rahmen von \u00a7 642 BGB eigenst\u00e4ndig und nicht in Anlehnung an \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB auszulegen, da die der Vorschrift des \u00a7 642 BGB zugrundeliegende Interessenlage im Hinblick auf die sp\u00e4tere Ausf\u00fchrung der Leistung eine andere ist als diejenige bei der freien K\u00fcndigung (hierzu n\u00e4her bereits Sienz, BauR 2014, 390, 391 ff.; vgl. ferner Drittler, BauR 2019, 1524, 1528 f.).<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">#58<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Die <\/span><b>Darlegungs- und Beweislast f\u00fcr die in \u00a7 642 Abs. 2 BGB genannten Kriterien tr\u00e4gt nach allgemeinen Grunds\u00e4tzen der Unternehmer als Anspruchssteller, der die Tatsachen f\u00fcr die vom Tatrichter vorzunehmende Abw\u00e4gungsentscheidung beizubringen hat<\/b><span style=\"font-weight: 400;\"> (vgl. Althaus, NZBau 2018, 643, BeckOK Bauvertragsrecht\/Sienz, Stand: 31. Oktober 2019, \u00a7 642 BGB Rn. 101 ff.).\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Darin unterscheidet sich \u00a7 642 BGB von \u00a7 649 Satz 2 BGB a.F., jetzt \u00a7 648 Satz 2 BGB (zur dortigen Beweislastverteilung siehe BGH, Urteil vom 21. Dezember 2000 &#8211; VII ZR 467\/99, BauR 2001, 666 = NZBau 2001, 202, juris Rn. 13 m.w.N.).\u00a0<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Erleichterungen ergeben sich daraus, dass der Tatrichter die M\u00f6glichkeit der Sch\u00e4tzung gem\u00e4\u00df \u00a7 287 ZPO hat.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">59<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Auf dieser Grundlage hat der Tatrichter im Rahmen einer Abw\u00e4gungsentscheidung die angemessene Entsch\u00e4digung zu bestimmen. <\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Dabei hat er einen Ermessensspielraum, der ihm die Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde des Einzelfalls erm\u00f6glicht.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">III.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">60<\/span> <span style=\"font-weight: 400;\">Danach kann die angefochtene Entscheidung nicht bestehen bleiben, weil das Berufungsgericht keine Abw\u00e4gungsentscheidung nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben getroffen hat. Diese wird nachzuholen sein, wobei den Parteien zun\u00e4chst Gelegenheit zum erg\u00e4nzenden Vortrag zu geben ist. Die Aufhebung gibt dem Berufungsgericht zugleich Gelegenheit, entsprechend der von der Revisionserwiderung erhobenen R\u00fcge zu pr\u00fcfen, ob die Voraussetzungen des Annahmeverzugs bez\u00fcglich des Geb\u00e4udes &#8222;Schulerweiterung&#8220; gegeben sind.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der BGH, Urteil vom 30.01.2020 &#8211; VII ZR 33\/19 hat noch einmal weit ausgeholt und kommt zum erstaunlich profanen Ergebnis, dass eine Abw\u00e4gungsentscheidung des Tatrichters auf der Grundlage der in \u00a7 642 Abs. 2 BGB genannten Kriterien n\u00f6tig sei und die angemessene Entsch\u00e4digung im Ausgangspunkt an den auf die unproduktiv [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5931","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsreport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5931","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5931"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5931\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5931"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5931"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5931"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}