{"id":5301,"date":"2015-08-21T14:15:06","date_gmt":"2015-08-21T12:15:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=5301"},"modified":"2016-10-20T09:28:48","modified_gmt":"2016-10-20T07:28:48","slug":"baugrundrisiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=5301","title":{"rendered":"Baugrundrisiko"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/barberini-potsdam.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5302\" src=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/barberini-potsdam-300x225.jpg\" alt=\"barberini potsdam\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/barberini-potsdam-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/barberini-potsdam-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/barberini-potsdam.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit dem Begriff des &#8222;Baugrundrisiko&#8220; bezeichnet man unvorhersehbare, vom Baugrund ausgehende Wirkungen und Erschwernisse. Die Auffassung, der Baugrund sei vom Auftraggeber gestellter Baustoff, f\u00fcr dessen Beschaffenheit stets der Auftraggeber einzustehen habe, ist unzutreffend. So urteilte schon das OLG M\u00fcnchen am 10.12.2013 AZ: 28 U 732\/11. Auch wenn es um Bauvertr\u00e4ge geht, deren Durchf\u00fchrung und Erf\u00fcllung von m\u00f6glicherweise ungekl\u00e4rten Bodenverh\u00e4ltnissen abh\u00e4ngen, sind die Hauptpflichten aus dem geschlossenen Werkvertrag entscheidend und somit vorrangig zu bestimmen. Ein spezifisches Baugrundrisiko, das bedeuten w\u00fcrde, dass der Auftraggeber f\u00fcr dessen wie auch immer geartete Verwirklichung stets einzustehen h\u00e4tte, gibt es nicht. Auch \u00f6ffentliche Auftraggeber k\u00f6nnen Vertr\u00e4ge abschlie\u00dfen, die die \u00dcberb\u00fcrdung eines sog. Bodenrisikos beinhalten.<\/p>\n<p>Die DIN 4020:2010-12 (Geotechnische Untersuchungen f\u00fcr bautechnische Zwecke &#8211; Erg\u00e4nzende Regelungen zu DIN EN 1997-2:2010-10), Abschnitt A 1.5.3.17 (fr\u00fcher Abschnitt 3.5 der DIN 4020) definiert das Baugrundrisiko als ein in der Natur der Sache liegendes, unvermeidbares Restrisiko, das bei Inanspruchnahme des Baugrundes zu unvorhersehbaren Wirkungen bzw. Erschwernissen, z.B. Bausch\u00e4den oder Bauverz\u00f6gerungen, f\u00fchren kann, obwohl derjenige, der den Baugrund zur Verf\u00fcgung stellt, seiner Verpflichtung zur Untersuchung und Beschreibung der Baugrund- und Grundwasserverh\u00e4ltnisse nach den Regeln der Technik zuvor vollst\u00e4ndig nachgekommen ist, und obwohl der Bauausf\u00fchrende seiner eigenen Pr\u00fcfungs- und Hinweispflicht nachgekommen ist\u201c. Grunds\u00e4tzlich, aber eben nicht stets,\u00a0tr\u00e4gt damit schon der Auftraggeber das Baugrundrisiko. Nach DIN 18299 kann und muss er\u00a0daher in der zur Ausschreibung zu reichenden Leistungsbeschreibung insbesondere die \u201eBodenverh\u00e4ltnisse, den Baugrund und seine Tragf\u00e4higkeit sowie Ergebnisse von Bodenuntersuchungen\u201c mitteilen. Hierzu wird er sich Sonderfachleute binden, die schon bei der Entwurfsplanung (LP 2 HOAI) die Beurteilung des Baugrundes schulden. Wird dann alles richtig ausgeschrieben, k\u00f6nnen die Ausf\u00fchrungsrisiken eben dem Auftragnehmer wirksam \u00fcbertragen werden. Diesem wird dann ein vertragsgem\u00e4\u00dfer Baugrund als Stoff im Sinne des \u00a7 645 (1) BGB und des \u00a7 4 Abs. 3 sowie \u00a7 13 Abs.3 VOB\/B geliefert. Nur wenn der Auftragnehmer dann Abweichung zum Vertrag belegen kann, k\u00f6nnten z.B. hierdurch entstehende Mehraufwendungen als eine \u00c4nderung des Bauentwurfs nach \u00a7 2 Abs. 5 VOB\/B nachtragsf\u00e4hig sein.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Begriff des &#8222;Baugrundrisiko&#8220; bezeichnet man unvorhersehbare, vom Baugrund ausgehende Wirkungen und Erschwernisse. Die Auffassung, der Baugrund sei vom Auftraggeber gestellter Baustoff, f\u00fcr dessen Beschaffenheit stets der Auftraggeber einzustehen habe, ist unzutreffend. So urteilte schon das OLG M\u00fcnchen am 10.12.2013 AZ: 28 U 732\/11. Auch wenn es um Bauvertr\u00e4ge [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-5301","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsreport"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5301","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5301"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5301\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5301"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5301"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5301"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}