{"id":5168,"date":"2014-04-15T15:19:57","date_gmt":"2014-04-15T13:19:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=5168"},"modified":"2016-10-20T09:28:48","modified_gmt":"2016-10-20T07:28:48","slug":"sicherheitsleistung-und-deren-angemessene-hoehe-nach-%c2%a7-9-abs-8-voba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=5168","title":{"rendered":"Sicherheitsleistung und deren angemessene H\u00f6he nach \u00a7 9 Abs. 8 VOB\/A"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kran-Potsdam-2014.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5172\" alt=\"Kran Potsdam 2014\" src=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kran-Potsdam-2014-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kran-Potsdam-2014-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/Kran-Potsdam-2014.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>1. Das\u00a0OLG D\u00fcsseldorf,\u00a0Urteil vom\u00a024.09.2013, 23 U 120\/12 erkannte\u00a0die Vereinbarung \u00fcber den Sicherheitseinbehalt in einem vom Auftraggeber als Allgemeine Gesch\u00e4ftsbedingungen gestellten Generalunternehmervertrag in der Zusammenschau mit der Regelung \u00fcber die Vertragserf\u00fcllungssicherheit gem\u00e4\u00df \u00a7 307 BGB f\u00fcr unwirksam, wenn die Regelung zu einer Kumulation von Vertragserf\u00fcllungs- und Gew\u00e4hrleistungssicherheit f\u00fchrt, weil bei einem Streit \u00fcber die erfolgreiche Abnahme, die Voraussetzung f\u00fcr die R\u00fcckgabe der Vertragserf\u00fcllungssicherheit sein soll, Vertragserf\u00fcllungs- und Gew\u00e4hrleistungssicherheit f\u00fcr lange Zeit nebeneinander aufrechterhalten werden. Dies benachteiligt den Auftragnehmer, der gem\u00e4\u00df \u00a7 641 BGB grunds\u00e4tzlich einen Anspruch auf Zahlung des vollen Werklohns nach Abnahme hat, unangemessen.<\/p>\n<p>\u00a7 9 Abs. 8 VOB\/A regelt: <em>&#8222;Die Sicherheit soll nicht h\u00f6her bemessen und ihre R\u00fcckgabe nicht f\u00fcr einen sp\u00e4teren Zeitpunkt vorgesehen werden, als n\u00f6tig ist, um den Auftraggeber vor Schaden zu bewahren. Die Sicherheit f\u00fcr die Erf\u00fcllung s\u00e4mtlicher Verpflichtungen aus dem Vertrag soll 5 v. H. der Auftragssumme nicht \u00fcberschreiten. Die Sicherheit f\u00fcr M\u00e4ngelanspr\u00fcche soll 3 v. H. der Abrechnungssumme nicht \u00fcberschreiten.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Dann w\u00e4re\u00a0die Summe beider\u00a0Sicherheiten nach dieser Entscheidung des D\u00fcsseldorf,\u00a0Urteil vom\u00a024.09.2013, 23 U 120\/12 zu Unrecht einbehalten.<\/p>\n<p>2. Das LG Wiesbaden meinte demgegen\u00fcber\u00a0mit Urteil vom 7.02.2014, 1 O 139\/13, dass\u00a0 angemessen 10 % der Auftragssumme zur Vertragserf\u00fcllungssicherheit mit AGB-Klauseln wirksam vereinbart werden k\u00f6nnten und also\u00a0f\u00fcr die ganze Bauausf\u00fchrung ohne konkreten Anlass und Streit einbehalten werden. Nach der zitierten OLG &#8211; Entscheidung w\u00e4ren hingegen die\u00a0Summe aus\u00a05 % auf die Auftragssumme und 3 % auf die Abrechnungssumme\u00a0f\u00fcr eine gewisse \u00dcberschneidung w\u00e4hrend eines Streites unangemessen.<\/p>\n<p>3. Auch und im Lichte\u00a0des \u00a7 632a Abs 3 BGB sollten sich die Parteien f\u00fcr die rechtssichere Vertragsgestaltung und ein kalkulierbares, angemessenes und klares Miteinander auf die S\u00e4tze des \u00a7 9 Abs. 8 VOB\/A einlassen und dann nichts doppeln. Denn die Rechtsprechung hat den \u00dcberblick verloren und kann solche Entscheidungen auch nicht nachvollziehbar einordnen, geschweige den\u00a0\u00fcberzeugend begr\u00fcnden. Ob und wann der BGH Ordnung und Rechtssicherheit schafft, steht nicht fest.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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