{"id":4666,"date":"2013-05-31T11:15:19","date_gmt":"2013-05-31T09:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=4666"},"modified":"2016-10-20T09:28:49","modified_gmt":"2016-10-20T07:28:49","slug":"rechtsreport-juni-2013","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=4666","title":{"rendered":"Rechtsreport Juni 2013"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4668\" alt=\"Stadtschloss Landtag Potsdam Juni 2013\" src=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Stadtschloss-Landtag-Potsdam-Juni-2013-300x168.jpg\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Stadtschloss-Landtag-Potsdam-Juni-2013-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/Stadtschloss-Landtag-Potsdam-Juni-2013-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Umfang der Ausschreibungspflicht &#8211; Auslegung des Vertrages<\/strong><\/p>\n<p>BGH, 21.3.2013, VII ZR 122\/11: Der \u00f6ffentliche Auftraggeber hat in der Leistungsbeschreibung eine Schadstoffbelastung auszuhebenden und zu entfernenden Bodens nach den Erfordernissen des Einzelfalls anzugeben. Sind erforderliche Angaben zu Bodenkontaminationen nicht vorhanden, kann der Bieter daraus den Schluss ziehen, dass ein schadstofffreier Boden auszuheben und zu entfernen ist (Anschluss an BGH, Urteil vom 22. Dezember 2011, VII ZR 67\/11, BGHZ 192, 172). Interessant ist, dass also der BGH zur\u00a0Abgrenzung der nach den Hauptpositionen\u00a0zu erbringenden Leistungen und den nachtragsf\u00e4higen zus\u00e4tzlichen Leistungen auch auf die Pflichten Ausschreibung nach \u00a7 7 VOB\/A und\u00a0DIN\u00a018300 Abschn 0.2.3 zur\u00fcckschaut.<\/p>\n<p><strong>Art der M\u00e4ngelbeseitigung und der Ersatzvornahme<\/strong><\/p>\n<p>BGH 7.3.2013 VII ZR 119\/10<\/p>\n<p>1. Der Auftraggeber kann gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Nr. 7 Satz 1 (jetzt \u00a7 4 Abs. 7 Satz 1) VOB\/B vor der Abnahme verlangen, dass bereits vorhandene M\u00e4ngel beseitigt und das Werk vertragsgerecht hergestellt wird. Er kann jedoch, wie nach der Abnahme, keine bestimmte Art der M\u00e4ngelbeseitigung oder vertragsgerechten Herstellung verlangen, wenn der Vertrag auch auf andere Weise erf\u00fcllt werden kann. Neuherstellung kann der Auftraggeber nur dann fordern, wenn die vertragsgerechte Erf\u00fcllung auf andere Weise nicht m\u00f6glich ist (im Anschluss an BGH, Urteil vom 5. Mai 2011, VII ZR 28\/10, BauR 2011, 1336 = NZBau 2011, 413 = ZfBR 2011, 550).<\/p>\n<p>2. Der sachkundig beratene Auftraggeber kann regelm\u00e4\u00dfig die Fremdnachbesserungskosten verlangen, die ihm aufgrund dieser Beratung entstanden sind. Der Auftragnehmer hat die Kosten selbst dann zu erstatten, wenn sich die zur M\u00e4ngelbeseitigung ergriffenen Ma\u00dfnahmen im Nachhinein als nicht erforderlich erweisen.<\/p>\n<p><strong>Preiswucher und Nachtragsmanagement<\/strong><\/p>\n<p>BGH 14.3.2013 VII ZR 116\/12 und BGH 7.3.2013 VII ZR 68\/10<\/p>\n<p>1. Steht die\u00a0nach \u00a7 2 Abs. 3, 5 und\/oder 6 VOB\/B zu bestimmende Verg\u00fctung f\u00fcr\u00a0<strong>Mehrmengen,\u00a0<\/strong><strong>ge\u00e4nderte Leistungen<\/strong>\u00a0 und\/oder <strong>zus\u00e4tzlichen Leistungen<\/strong> in einem auff\u00e4lligen, wucher\u00e4hnlichen Missverh\u00e4ltnis zur Bauleistung, kann die dieser Preisbildung zugrunde liegende Vereinbarung sittenwidrig und damit nichtig sein.<\/p>\n<p>2. Betr\u00e4gt die nach \u00a7 2 Nr. 3 oder Nr. 5 VOB\/B zu bestimmende Verg\u00fctung das 22-fache oder betr\u00e4gt die nach \u00a7 2 Nr. 6 Abs. 2 VOB\/B zu bestimmende Verg\u00fctung nahezu das Achtfache des \u00fcblichen Preises, kann ein auff\u00e4lliges Missverh\u00e4ltnis vorliegen. Ein auff\u00e4lliges Missverh\u00e4ltnis ist nur dann wucher\u00e4hnlich, wenn der aufgrund dieses auff\u00e4lligen Missverh\u00e4ltnisses \u00fcber das \u00fcbliche Ma\u00df hinausgehende Preisanteil sowohl absolut gesehen als auch im Vergleich zur Gesamtauftragssumme in einer Weise erheblich ist, dass dies von der Rechtsordnung nicht mehr hingenommen werden kann. Unter diesen Voraussetzungen besteht eine Vermutung f\u00fcr ein sittlich verwerfliches Gewinnstreben des Auftragnehmers.<\/p>\n<p>3. Hat der Auftragnehmer diese Vermutung durch den Nachweis entkr\u00e4ftet, ihm sei bei der Preisbildung zu seinen Gunsten ein Berechnungsfehler unterlaufen, so verst\u00f6\u00dft es gegen Treu und Glauben und stellt eine unzul\u00e4ssige Rechtsaus\u00fcbung dar, wenn er den hierauf beruhenden, in einem auff\u00e4lligen, wucher\u00e4hnlichen Missverh\u00e4ltnis zur Bauleistung stehenden Preis f\u00fcr Mehrmengen oder ge\u00e4nderte Leistungen oder zus\u00e4tzlichen Leistungen verlangt.<\/p>\n<p>4. Vorbehaltlich anderer Anhaltspunkte zum mutma\u00dflichen Parteiwillen ist in diesen F\u00e4llen entsprechend \u00a7 632 Abs. 2 BGB die \u00fcbliche Verg\u00fctung geschuldet (im Anschluss an BGH, Urteil vom 7. M\u00e4rz 2013, VII ZR 68\/10, zur Ver\u00f6ffentlichung in BGHZ vorgesehen). An die Stelle der nichtigen Vereinbarung \u00fcber die Verg\u00fctung tritt die Vereinbarung, die Leistungen nach dem \u00fcblichen Preis zu verg\u00fcten (Fortf\u00fchrung von BGH, Urteil vom 18. Dezember 2008, VII ZR 201\/06, BGHZ 179, 213).<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Umfang der Ausschreibungspflicht &#8211; Auslegung des Vertrages BGH, 21.3.2013, VII ZR 122\/11: Der \u00f6ffentliche Auftraggeber hat in der Leistungsbeschreibung eine Schadstoffbelastung auszuhebenden und zu entfernenden Bodens nach den Erfordernissen des Einzelfalls anzugeben. 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