{"id":4455,"date":"2010-04-03T21:32:47","date_gmt":"2010-04-03T19:32:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=4455"},"modified":"2014-11-18T16:16:17","modified_gmt":"2014-11-18T14:16:17","slug":"rechtsreport-marz-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=4455","title":{"rendered":"Rechtsreport M\u00e4rz 2010"},"content":{"rendered":"<p><strong>Themen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Subunternehmer &#8211; Direktgesch\u00e4ft mit Auftraggeber<\/li>\n<li>Vorteilsausgleich &#8222;neu f\u00fcr alt&#8220;<\/li>\n<li>Umfang der Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft<\/li>\n<li>Die Gasger\u00e4terichtlinie 90\/396\/EWG<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Subunternehmer &#8211; Direktgesch\u00e4ft mit Auftraggeber<\/h3>\n<p>In der Praxis kommt es oft dazu, dass ein Nachunternehmer das Direktgesch\u00e4ft mit dem Auftraggeber eingeht, weil es mit dem\u00a0eigentliche Auftragnehmer (Hauptauftragnehmer) Schwierigkeiten gibt.\u00a0 Nun hat der BGH mit Urteil vom\u00a014.1.2010, VII ZR 106\/08 wie folgt erkannt:<\/p>\n<ol style=\"list-style-type: lower-alpha;\">\n<li>Erbringt ein Nachunternehmer noch ausstehende Teile seiner dem Hauptunternehmer geschuldeten Leistung aufgrund eines gesonderten Vertrages direkt f\u00fcr dessen Auftraggeber, wird ihm diese Leistungserbringung gegen\u00fcber dem Hauptunternehmer regelm\u00e4\u00dfig unm\u00f6glich<br \/>\n(im Anschluss an BGH, Urteil vom 17. Juli 2007 &#8211; X ZR 31\/06, BauR 2007, 2061 = NZBau 2007, 703 = ZfBR 2008, 35).<\/li>\n<li>Der Verg\u00fctungsanspruch des Nachunternehmers gegen den Hauptunternehmer ist in diesem Fall entsprechend \u00a7 441 Abs. 3 BGB in gleicher Weise zu berechnen wie der Anspruch auf Verg\u00fctung aus einem gek\u00fcndigten Werkvertrag (BGB \u00a7\u00a7 275 Abs. 1, 326 Abs. 1 Satz 1, 441 Abs. 3, 631 Abs. 1). Demnach\u00a0ist der Preis in dem Verh\u00e4ltnis herabzusetzen, in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben w\u00fcrde. Die Minderung ist, soweit erforderlich, durch Sch\u00e4tzung zu ermitteln.<\/li>\n<\/ol>\n<h3>Vorteilsausgleich &#8222;neu f\u00fcr alt&#8220;<\/h3>\n<p>Nach der Enscheidung des OLG Schleswig vom\u00a029.5.2009, 14 U 137\/08, gilt der Vorteilsausgleich neu f\u00fcr alt\u00a0bei M\u00e4ngelbeseitigungskosten nur eingeschr\u00e4nkt, BGB \u00a7\u00a7 242, 249, 636<br \/>\nBGB a.F. \u00a7 635 n.F.)<\/p>\n<p>Wenn ein\u00a0Gesch\u00e4digter als Ersatz f\u00fcr eine besch\u00e4digte oder zerst\u00f6rte Sache eine neue Sache anschafft, muss er sich regelm\u00e4\u00dfig den h\u00f6heren Wert der neuen Sache\u00a0abziehen lassen (<strong>Vorteilsausgleich &#8222;neu f\u00fcr alt&#8220;<\/strong>). Bei der M\u00e4ngelbeseitigung soll dies aber nicht gelten, weil dann der Verpflichtete durch die Verz\u00f6gerung der Nachbesserung besser gestellt wird.<\/p>\n<h3>\u00a0Umfang der Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft<\/h3>\n<p>Das OLG M\u00fcnchen,\u00a018.11.2008, 28 U 3572\/08 folgt der st\u00e4ndigen\u00a0 Rechtsprechung, wonach eine Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft, mit der ein Gew\u00e4hrleistungsbareinbehalt abgel\u00f6st wird,\u00a0regelm\u00e4\u00dfig lediglich f\u00fcr Gew\u00e4hrleistungsanspr\u00fcche haftet, welche nach Abnahme aufgetreten sind. M\u00e4ngel, die bereits vor oder bei Abnahme ger\u00fcgt wurden, werden von der Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft nicht gedeckt, BGB \u00a7\u00a7 765 ff, VOB\/B \u00a7 17 Nr. 2. Hierf\u00fcr w\u00e4re die Vertragserf\u00fcllungssicherheit einschl\u00e4gig.<\/p>\n<h3>Die Gasger\u00e4terichtlinie 90\/396\/EWG<\/h3>\n<p>Von allgemeiner Bedeutung d\u00fcrfte die Entscheidung des OLG Hamburg vom 13.8.2009, 3 U 129\/06 sein:<\/p>\n<ol>\n<li>\u00a0Die Gasger\u00e4terichtlinie 90\/396\/EWG hat nach Ablauf der \u00dcbergangsfrist zum 31.12.1995 (vgl. Art 14 der Richtlinie) zu einer abschlie\u00dfenden Vollharmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr das Inverkehrbringen und die Inbetriebnahme von Gasverbrauchseinrichtungen gef\u00fchrt. Weder d\u00fcrfen die Mitgliedstaaten h\u00f6here oder zus\u00e4tzliche Anforderungen (Anschluss an EuGH, Urteil vom 25. M\u00e4rz 1999, C-112\/97, Rnrn. 32, 55, 56, 58, 59, 66), noch geringere Anforderungen stellen. Es besteht daher keine M\u00f6glichkeit (mehr), eine Zulassung nach abweichenden nationalen Vorschriften zu erteilen.<\/li>\n<li>\u00a0Bei einem Kessel, der gem\u00e4\u00df Ziffer 4.2.2.4 der DIN EN 483, als C 4-Kessel zertifiziert worden ist, handelt es sich um einen Kessel des Typs C (d.h. raumluftunabh\u00e4ngig), welcher \u00fcber seine Verbrennungsluftzu-\/Abgasf\u00fchrung mit einem eventuell vorgesehenen Anschlussst\u00fcck an einen gemeinsamen Schornstein mit einem Schacht f\u00fcr die Verbrennungsluftzufuhr und einem Schacht f\u00fcr die Abgasabfuhr angeschlossen ist. Gem\u00e4\u00df Ziffer 4.2.1 der DIN EN 483 sind die Verbrennungsluftzu-\/Abgasf\u00fchrung, die Windschutzeinrichtung und ein evtl. vorhandenes Anschlussst\u00fcck zu einem Schornstein oder Abf\u00fchrungssystem Teil des Kessels, sofern nicht anderes festgelegt ist. Die entsprechende EU-Baumusterpr\u00fcfung erfolgt hinsichtlich dieses Gesamtsystems.<\/li>\n<li>\u00a0Werden im Rahmen der Installation eines neuen Abluftsystems zertifizierte Originalteile -aus dem Bereich der Verbrennungsluftzu-\/Abgasf\u00fchrung, der Windschutzeinrichtung oder des Anschlussst\u00fccks- durch andere Bauteile ersetzt, fehlt es insoweit an der erforderlichen Baumusterpr\u00fcfung. Damit entf\u00e4llt auch das Recht, die CE-Kennzeichnung zu tragen. Ohne CE-Kennzeichnung d\u00fcrfen die neu zusammengesetzten Gesamtanlagen jedoch weder in den Verkehr gebracht, noch in Betrieb genommen werden.<\/li>\n<\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Themen: Subunternehmer &#8211; Direktgesch\u00e4ft mit Auftraggeber Vorteilsausgleich &#8222;neu f\u00fcr alt&#8220; Umfang der Gew\u00e4hrleistungsb\u00fcrgschaft Die Gasger\u00e4terichtlinie 90\/396\/EWG Subunternehmer &#8211; Direktgesch\u00e4ft mit Auftraggeber In der Praxis kommt es oft dazu, dass ein Nachunternehmer das Direktgesch\u00e4ft mit dem Auftraggeber eingeht, weil es mit dem\u00a0eigentliche Auftragnehmer (Hauptauftragnehmer) Schwierigkeiten gibt.\u00a0 Nun hat der BGH mit [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[36,51,81],"class_list":["post-4455","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsreport","tag-gewahrleistung","tag-mangelbeseitigung","tag-vergutung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4455"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4455\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}