{"id":4179,"date":"2012-07-18T18:08:59","date_gmt":"2012-07-18T16:08:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=4179"},"modified":"2014-11-18T16:15:33","modified_gmt":"2014-11-18T14:15:33","slug":"rechtsreport-juli-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=4179","title":{"rendered":"Rechtsreport Juli 2012"},"content":{"rendered":"<p><strong>Themen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Stillschweigend vereinbarten Beschaffenheit<\/li>\n<li>Verj\u00e4hrungsfristen nach VOB zu kurz und Schriftform<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Stillschweigend vereinbarte Beschaffenheit<\/h3>\n<p><em>OLG Stuttgart &#8211; LG Stuttgart, 14.12.2010, 10 U 52\/10:<\/em><\/p>\n<p>Zur im Vertrag oder stillschweigend vereinbarten Beschaffenheit im Sinne des \u00a7 633 Abs. 2 Satz 1 BGB geh\u00f6ren alle Eigenschaften des Werkes, die nach der Vereinbarung der Parteien den vertraglich geschuldeten Erfolg herbeif\u00fchren sollen.<\/p>\n<p>Dieser bestimmt sich nicht allein nach der zu seiner Erreichung vereinbarten Leistung oder Ausf\u00fchrungsart, sondern auch danach, welche Funktion das Werk nach dem Willen der Parteien erf\u00fcllen soll.<\/p>\n<p>Eine einseitige Vorstellung einer Vertragspartei ist f\u00fcr die Bestimmung des Vertragsinhalts von Bedeutung, wenn der Erkl\u00e4rungsempf\u00e4nger den wirklichen Willen des Erkl\u00e4renden erkennt und in Kenntnis dieses Willens den Vertrag abschlie\u00dft (vgl. BGH, 08. Januar 2004, VII ZR 181\/02=BauR 2004, 847).<\/p>\n<h3>Verj\u00e4hrungsfristen nach VOB zu kurz und Schriftfom<\/h3>\n<p><em>OLG Schleswig &#8211; LG Kiel, 22.8.2011, 3 U 101\/10:<\/em><\/p>\n<p>Die Wirksamkeit der Regelung der zweij\u00e4hrigen Verj\u00e4hrungsfrist nach \u00a7 13 Nr. 4 Abs. 1 VOB\/B 2000 erscheint wegen der gegen\u00fcber dem BGB-Vertrag stark verk\u00fcrzten Verj\u00e4hrungszeit zweifelhaft, wenn die VOB\/B nicht als Ganzes vereinbart ist. <em>Dies wird man dann\u00a0auch f\u00fcr die vom Gesetz abweichenden 4-Jahres-Fristen der aktuellen VOB\/B beachten m\u00fcssen. <\/em><\/p>\n<p>Das Entstehen der Pflicht des Auftragnehmers zur Nacherf\u00fcllung als auch seine Verpflichtung zum Handeln ist nicht von der Einhaltung der Schriftform abh\u00e4ngig. <em>\u00a7 13 Abs. 5 VOB\/B verlangt aber die schriftliche\u00a0R\u00fcge,\u00a0was man wohl als unangemessen erachten m\u00fcsste, wenn jedenfalls dieses Gericht meint: <\/em>\u00a0Es gen\u00fcgt die m\u00fcndliche Nacherf\u00fcllungsaufforderung des Auftraggebers und nur\u00a0f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung der Verj\u00e4hrungsfrist nach \u00a7 13 Nr. 5 Abs. 1 Satz 2 u. 3 VOB\/B die Schriftform verlangt.<\/p>\n<p><em>OLG Frankfurt &#8211; LG Hanau, 30.4.2012, 4 U 269\/11:<\/em><\/p>\n<p>Nach \u00a7 13 Abs. 5 Nr. 1 S. 2 VOB\/B hat nur ein schriftliches M\u00e4ngelbeseitigungsverlangen verj\u00e4hrungsverl\u00e4ngernde Wirkung. F\u00fcr dieses Schriftformerfordernis gilt \u00a7 126 BGB. Demzufolge kann die Schriftform gem\u00e4\u00df \u00a7 126 Abs. 3 BGB durch die in \u00a7 126a BGB geregelte elektronische Form ersetzt werden. Ein M\u00e4ngelbeseitigungsverlangen per E-Mail gen\u00fcgt somit nur dann der erforderlichen Schriftform, wenn es mit einer qualifizierte elektronische Signatur versehen ist.<\/p>\n<p><em>Dem ist zwar\u00a0entgegenzuhalten, dass es sich bei der VOB\/B um eine Vertragsregelung handel, so dass \u00a7 127 BGB greift, was aber mit Blick auf die E-Mail M\u00f6glichkeit zum selben Ergebnis f\u00fchrt. Denn \u00a7 127 Abs. 1 BGB verweist auf \u00a7 126 BGB. Jedoch sind auch die\u00a0Erleichterungen des \u00a7 127 Abs. 2 und 3 BGB zus\u00e4tzlich in Betracht zu ziehen.<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Themen Stillschweigend vereinbarten Beschaffenheit Verj\u00e4hrungsfristen nach VOB zu kurz und Schriftform Stillschweigend vereinbarte Beschaffenheit OLG Stuttgart &#8211; LG Stuttgart, 14.12.2010, 10 U 52\/10: Zur im Vertrag oder stillschweigend vereinbarten Beschaffenheit im Sinne des \u00a7 633 Abs. 2 Satz 1 BGB geh\u00f6ren alle Eigenschaften des Werkes, die nach der Vereinbarung der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[67,69,62],"class_list":["post-4179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsreport","tag-verjahrung","tag-vobb","tag-werkvertrag"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}