{"id":4161,"date":"2012-10-01T17:41:40","date_gmt":"2012-10-01T15:41:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.md-ra.de\/?p=4161"},"modified":"2016-10-20T09:28:49","modified_gmt":"2016-10-20T07:28:49","slug":"rechtsreport-oktober-2012","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.md-ra.de\/?p=4161","title":{"rendered":"Rechtsreport Oktober 2012"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3931\" alt=\"stadtschlossinpotsdamoktober2012b\" src=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/stadtschlossinpotsdamoktober2012b.jpg\" width=\"960\" height=\"207\" srcset=\"https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/stadtschlossinpotsdamoktober2012b-300x64.jpg 300w, https:\/\/www.md-ra.de\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/stadtschlossinpotsdamoktober2012b.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p><strong>Themen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\u00c4nderungen durch die VOB\/B 2012<\/li>\n<\/ul>\n<h3>\u00c4nderungen durch die VOB\/B 2012<\/h3>\n<p>Ziel der VOB\/B 2012 &#8211; vom 26. Juni 2012 in der Fassung der Bekanntmachung im Bundesanzeiger BAnz. AT 13.07.2012 &#8211;\u00a0ist die\u00a0Harmonisierung der Fristen mit Blick auf die europ\u00e4ische\u00a0Richtlinie 2011\/7\/EU vom 16.02.2011 zur Bek\u00e4mpfung von Zahlungsverzug im Gesch\u00e4ftsverkehr (Zahlungsverzugsrichtlinie), die die\u00a0Planung und Ausf\u00fchrung \u00f6ffentlicher Bauarbeiten sowie Hoch- und Tiefbauarbeiten einschliesst. Die Richtlinie muss bis sp\u00e4testens 16.03.2013 in nationales Recht umgesetzt werden. Dies soll f\u00fcr Zahlungs-, Abnahme- und\u00a0 \u00dcberpr\u00fcfungsfristen\u00a0durch \u00a7 271a BGB geschehen. Demnach soll\u00a0eine vertraglich festgelegte Zahlungsfrist nur dann mehr als 60 Tage betragen, wenn dies ausdr\u00fccklich vereinbart wird.\u00a0Nach \u00a7 271a Abs. 2 BGB soll die vereinbarte Zahlungsfrist f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Auftraggeber grunds\u00e4tzlich maximal 30 Tage betragen. Die Vereinbarung einer l\u00e4ngeren Zahlungsfrist muss ausdr\u00fccklich erfolgen und bedarf einer besonderen sachlichen Rechtfertigung.<\/p>\n<p>Zugleich wird\u00a0das EuGH-Urteil vom 3. April 2008, AZ C-306\/06, NJW 2008, 1935-1936 zur Richtlinie 2000\/35\/EG\u00a0umzusetzen, wonach der Zahlungsverpflichtete\u00a0etwa bei\u00a0Bank\u00fcberweisung oder Scheckzahlung\u00a0nicht nur die Verlust-, sondern auch die Verz\u00f6gerungsgefahr tr\u00e4gt. Bis zu der Entscheidung des EuGH galt die\u00a0Geldschuld als qualifizierte Schickschuld, so dass\u00a0als Zahlungszeitpunkt nicht der Geldeingang, sondern etwa\u00a0der Tag der \u00dcberweisung galt.<\/p>\n<h3>\u00a0<strong>Neue Zahlungsfristen<\/strong><\/h3>\n<p>K\u00fcnftig werden Anspr\u00fcche auf Abschlagszahlungen\u00a0binnen 21 Tagen (statt 18 Werktage) nach Zugang der Aufstellung f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Eine Verl\u00e4ngerung der\u00a0Frist kommt bei Abschlagszahlungen nicht in Betracht, da es sich um vorl\u00e4ufige Zahlungen (auf bereits erbrachte Leistungen) handelt, die im Rahmen der Schlussrechnung noch einmal \u00fcberpr\u00fcft und ggf. korrigiert werden.<\/p>\n<p>Auch die\u00a0Frist f\u00fcr die F\u00e4lligkeit der Schlussrechnung in \u00a7 16 Absatz 3\u00a0Nummer 1 VOB\/B\u00a0wurde angepasst. Bisher wurde der\u00a0Anspruch auf Schlusszahlung\u00a0sp\u00e4testens innerhalb von 2 Monaten nach Zugang der Schlussrechnung f\u00e4llig. Nunmehr\u00a0ist\u00a0eine Zahlungsfrist von 30 Tagen nach Zugang der pr\u00fcfbaren Schlussrechnung vorgesehen.<\/p>\n<p>Die Frist verl\u00e4ngert sich auf h\u00f6chstens 60 Tage, wenn sie aufgrund der besonderen Natur oder Merkmale der Vereinbarung sachlich gerechtfertigt ist und ausdr\u00fccklich vereinbart wurde.<br \/>\nEine solche Verl\u00e4ngerung der\u00a0Zahlungsfrist kommt\u00a0beispielsweise in Betracht, wenn die Pr\u00fcfungsunterlagen bzw. Schlussrechnungen voraussichtlich \u00fcberdurchschnittlich komplex sein werden.<\/p>\n<p>Leider geht \u00a7 5, \u00a7 11, \u00a7 12, \u00a7 14, \u00a7 15 Abs. 3, \u00a7 17 Abs. 6 und 7 VOB\/B weiter von Werktagen aus.<\/p>\n<h3>Neuregelung des Einwandes der\u00a0fehlenden Pr\u00fcff\u00e4higkeit<\/h3>\n<p>Die Regelung in \u00a7 16 Absatz 3 Nummer 1 Satz 3 VOB\/B ist an die Regelung im bisherigen \u00a7 16 Absatz 3 Nummer 1 Satz 2 VOB\/B angelehnt.\u00a0Danach konnte sich der Auftraggeber nicht mehr auf die fehlende Pr\u00fcfbarkeit berufen, wenn er nicht sp\u00e4testens innerhalb von 2 Monaten nach Zugang der Schlussrechnung Einwendungen gegen die Pr\u00fcfbarkeit erhoben hat.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die unterschiedlichen Fristenregelungen (30 oder 60 Tage) in \u00a7 16 Absatz 3 Nummer 1 Satz 1 und 2 VOB\/B wird k\u00fcnftig auf den \u201eAblauf der jeweiligen Frist\u201c abgestellt.<\/p>\n<h3>Neuregelung des Verzugs: Eintritt des Zahlungsverzugs ohne Nachfristsetzung<\/h3>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 16 Absatz 5 Nummer 3 VOB\/B \u2013 alt \u2013 setzte der Verzugseintritt<\/p>\n<ul>\n<li>eine Rechnung,<\/li>\n<li>den Ablauf der Pr\u00fcffrist zur F\u00e4lligkeit der Zahlung,<\/li>\n<li>eine angemessen nachfristsetzende\u00a0Mahnung<\/li>\n<li>und den Ablauf einer Nachfrist<\/li>\n<\/ul>\n<p>voraus.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig kommt der Auftraggeber<\/p>\n<ul>\n<li>ohne dass es einer Nachfristsetzung (Mahnung) bedarf,<\/li>\n<li>sp\u00e4testens 30 Tage nach Zugang der Rechnung &#8211; \u00a7 286 Abs. 3 BGB &#8211;<\/li>\n<li>oder vergleichbarer Aufstellung (bei Abschlagszahlungen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>in Zahlungsverzug,<\/p>\n<ul>\n<li>wenn der Auftragnehmer seine vertraglichen und gesetzlichen Verpflichtungen erf\u00fcllt<\/li>\n<li>und den f\u00e4lligen Entgeltbetrag nicht rechtzeitig erhalten hat,<\/li>\n<li>es sei denn, der Auftraggeber ist f\u00fcr den Zahlungsverzug nicht verantwortlich.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Mahnungsm\u00f6glichkeit?<\/h3>\n<p>Jedenfalls bleibt es bei der Regelung in \u00a7 16 Abs. 5 Nummer 3 Satz 1 VOB\/B hinsichtlich der M\u00f6glichkeit der Mahnung:<\/p>\n<p>\u201e\u2026 Zahlt der Auftraggeber bei F\u00e4lligkeit nicht, so kann ihm der Auftragnehmer eine angemessene Nachfrist setzen. Zahlt er auch innerhalb der Nachfrist nicht, so hat der Auftragnehmer vom Ende der Nachfrist an Anspruch auf Zinsen in H\u00f6he der in \u00a7 288 Absatz 2 BGB angegebenen Zinss\u00e4tze, wenn er nicht einen h\u00f6heren Verzugsschaden nachweist\u2026\u201c<\/p>\n<h3>Wann ist die Zahlung erbracht?<\/h3>\n<p>\u00a7 16 Absatz 5 Nummer 3 Satz 3 und 4 VOB\/B stellt<\/p>\n<ul>\n<li>f\u00fcr die rechtzeitige Zahlung<\/li>\n<li>nicht mehr auf den Zeitpunkt der Leistungshandlung (z. B. Anweisung der Zahlung)<\/li>\n<li>sondern auf den Zeitpunkt des Leistungserfolgs, d.h. Eingang des Zahlungsbetrages beim Auftragnehmer ab. Damit wird dem\u00a0EuGH-Urteil vom 3. April 2008, AZ C-306\/06, NJW 2008, 1935-1936 zur Richtlinie 2000\/35\/EG\u00a0entsprochen,\u00a0wonach der Zahlungsverpflichtete\u00a0etwa bei\u00a0Bank\u00fcberweisung oder Scheckzahlung\u00a0nicht nur die Verlust-, sondern auch die Verz\u00f6gerungsgefahr tr\u00e4gt.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Arbeitseinstellung bei Verzug gem\u00e4\u00df \u00a7 16 Abs. 5 Nr. 4 VOB\/B weniger als \u00a7 320 BGB<\/h3>\n<p>In der Folge ist nach \u00a7 16 Absatz 5 Nummer 3 Satz 3 und 4 VOB\/B das Setzen einer angemessenen Nachfrist keine erforderliche Voraussetzung f\u00fcr den Zahlungsverzug.<\/p>\n<p>\u00a7 16 Absatz 5 Nummer 4 \u2013 alt \u2013 ist somit entbehrlich.<\/p>\n<p>Das Arbeitseinstellungsrecht r\u00fcckt deswegen von \u00a7 16 Abs. 5 Nummer 5 zu Nummer 4 auf, ist aber immer noch eine Einschr\u00e4nkung des Leistungsverweigerungsrecht des \u00a7 320 BGB:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a7 320 BGB kn\u00fcpft an die F\u00e4lligkeit an,<\/li>\n<li>\u00a7 16 Absatz 5 Nummer 4 VOB\/B kn\u00fcpft weiterhin am Zahlungsverzug und an der\u00a0Nachfrist an:<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201eDer Auftragnehmer darf die Arbeiten bei Zahlungsverzug bis zur Zahlung einstellen, sofern eine dem Auftraggeber zuvor gesetzte angemessene Frist erfolglos verstrichen ist.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Themen \u00c4nderungen durch die VOB\/B 2012 \u00c4nderungen durch die VOB\/B 2012 Ziel der VOB\/B 2012 &#8211; vom 26. Juni 2012 in der Fassung der Bekanntmachung im Bundesanzeiger BAnz. AT 13.07.2012 &#8211;\u00a0ist die\u00a0Harmonisierung der Fristen mit Blick auf die europ\u00e4ische\u00a0Richtlinie 2011\/7\/EU vom 16.02.2011 zur Bek\u00e4mpfung von Zahlungsverzug im Gesch\u00e4ftsverkehr (Zahlungsverzugsrichtlinie), die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[72,69,70,71,54],"class_list":["post-4161","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-rechtsreport","tag-pruffrist","tag-vobb","tag-zahlung","tag-zahlungsfrist","tag-zahlungsverzug"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4161","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4161\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.md-ra.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}